Wer darf DGUV V3 pruefen? Qualifikation & Kosten
DGUV V3 Pruefungen duerfen ausschliesslich von befaehigten Personen nach TRBS 1203 oder Elektrofachkraeften nach DIN VDE 1000-10 durchgefuehrt werden – ein normaler Hausmeister oder Facility Manager reicht nicht aus.
Wer ist eine befaehigte Person nach TRBS 1203?
Die Technische Regel fuer Betriebssicherheit (TRBS 1203) definiert drei Voraussetzungen, die gleichzeitig erfuellt sein muessen:
1. Berufsausbildung
- Abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung (Elektroniker, Elektriker, Mechatroniker) oder
- Studium der Elektrotechnik oder vergleichbarer Studiengang oder
- Vergleichbare Qualifikation mit nachgewiesenen elektrotechnischen Kenntnissen
2. Berufserfahrung
- Mindestens 1 Jahr Berufserfahrung im Bereich der zu pruefenden Anlagen/Geraete
- Die Erfahrung muss zeitnah zur Pruefertaetigkeit sein (nicht 20 Jahre zurueckliegend)
- Praxiswissen ueber die spezifischen Geraetetypen und deren Fehlerbilder
3. Zeitnahe berufliche Taetigkeit
- Der Pruefer muss aktuell im elektrotechnischen Bereich taetig sein
- Regelmaessige Weiterbildung (empfohlen: jaehrlich, mindestens alle 3 Jahre)
- Kenntnis der aktuellen Normen und Vorschriften (VDE, DGUV)
Elektrofachkraft nach DIN VDE 1000-10
Die DIN VDE 1000-10 definiert die Elektrofachkraft als Person, die:
- Eine fachliche Ausbildung im Bereich Elektrotechnik hat
- Kenntnisse der einschlaegigen Normen besitzt (VDE 0100, 0105, 0701-0702)
- Erfahrung mit den zu pruefenden Anlagen/Geraeten hat
- Regelmaessig elektrotechnisch taetig ist
Abgrenzung: Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP)
Eine EuP darf keine DGUV V3 Pruefungen durchfuehren. Sie darf lediglich:
- Sichtpruefungen im Rahmen der taeglichen Nutzung
- Funktionspruefungen (z.B. FI-Schalter-Test am Geraet)
- Einfache Taetigkeiten unter Aufsicht einer Elektrofachkraft
Externe Dienstleister: Vor- und Nachteile
Vorteile externer Pruefung
- Keine Investition in Messgeraete und Schulungen
- Unabhaengigkeit und Objektivitaet
- Haftungsuebergang fuer die Pruefung selbst
- Skalierbar – egal ob 50 oder 5.000 Geraete
- Professionelle Pruefberichte und Dokumentation
Nachteile externer Pruefung
- Hoehere Stueckkosten pro Geraet (3-8 EUR vs. 1-3 EUR intern)
- Anfahrtskosten (50-100 EUR pro Termin)
- Terminabhaengigkeit – Wartezeiten bis zu 4 Wochen
- Weniger Geraetewissen – interne Pruefer kennen die Besonderheiten
Kostenvergleich: Intern vs. Extern
Kosten bei externer Pruefung
| Position | Kosten |
|---|---|
| Ortsveraenderliche Geraete (pro Stueck) | 3-8 EUR |
| Ortsfeste Anlagen (pro Pruefpunkt) | 50-200 EUR |
| Maschinenabnahme (pro Maschine) | 100-500 EUR |
| Anfahrtspauschale | 50-100 EUR |
| Pruefprotokoll + Plaketten | Inklusive |
Kosten bei interner Pruefung
| Position | Kosten (einmalig) | Kosten (jaehrlich) |
|---|---|---|
| Messgeraet (z.B. Gossen Metrawatt) | 2.000-5.000 EUR | – |
| Schulung/Zertifizierung | 500-1.500 EUR | 300-500 EUR |
| Kalibrierung Messgeraet | – | 200-400 EUR |
| Arbeitszeit Pruefer | – | Abhaengig von Geraeteanzahl |
| Software/Dokumentation | 0-500 EUR | 0-200 EUR |
Empfehlung nach Unternehmensgroesse
- Unter 100 Geraete: Externer Dienstleister (kosteneffizienter)
- 100-500 Geraete: Hybrid (ortsfest extern, ortsveraenderlich intern)
- Ueber 500 Geraete: Interner Pruefer mit digitaler Unterstuetzung
Messgeraete fuer die DGUV V3 Pruefung
Wer intern prueft, braucht die richtige Ausruestung:
- Geraetetester (VDE 0701-0702): Fuer ortsveraenderliche Betriebsmittel. Ab 2.000 EUR
- Installationstester (VDE 0100-600): Fuer ortsfeste Anlagen. Ab 3.000 EUR
- Isolationsmessgeraet: Fuer Isolationswiderstandsmessung. Ab 500 EUR
- Schleifenimpedanzmessgeraet: Fuer Kurzschlussstrommessung. Ab 800 EUR
- RCD-/FI-Tester: Fuer Fehlerstromschutzschalter. Ab 300 EUR
Dokumentationspflichten des Pruefers
Jeder Pruefer muss folgende Dokumentation erstellen:
- Pruefprotokoll mit Messwerten und Bewertung
- Geraetekennzeichnung (Pruefplakette mit naechstem Termin)
- Maengelprotokoll bei festgestellten Maengeln
- Empfehlung zum naechsten Pruefintervall
- Nachweis der eigenen Qualifikation (auf Anfrage)
Weiterführende Ressourcen
Fazit
Die Wahl des richtigen Pruefers ist entscheidend fuer rechtssichere DGUV V3 Pruefungen. Ob intern oder extern – die Qualifikation muss stimmen. Digitale Dokumentation stellt sicher, dass alle Nachweise revisionssicher vorliegen.
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Häufig gestellte Fragen
Darf jeder Elektriker DGUV V3 Pruefungen durchfuehren?
Nein. Ein Gesellenbrief als Elektriker reicht nicht aus. Der Pruefer muss eine befaehigte Person nach TRBS 1203 sein. Dazu gehoeren: abgeschlossene Berufsausbildung im Elektrobereich, mindestens 1 Jahr Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Taetigkeit.
Was kostet eine DGUV V3 Pruefung pro Geraet?
Die Kosten variieren: Ortsveraenderliche Geraete 3-8 EUR pro Stueck, ortsfeste Anlagen 50-200 EUR pro Pruefpunkt, Maschinenabnahme 100-500 EUR. Bei externen Dienstleistern kommen Anfahrtskosten (50-100 EUR) hinzu.
Kann ich DGUV V3 intern pruefen lassen?
Ja, wenn Sie einen qualifizierten Mitarbeiter haben (Elektrofachkraft mit Prueferfahrung). Interne Pruefung ist oft guenstiger bei vielen Geraeten, erfordert aber Investitionen in Messgeraete (2.000-5.000 EUR) und Schulungen (500-1.500 EUR).
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