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Wer darf DGUV V3 pruefen? Qualifikation & Kosten

Christoph Schulz30. Juni 20254 Min. Lesezeit
DGUV V3Befaehigte PersonElektrofachkraftTRBS 1203KostenQualifikation

DGUV V3 Pruefungen duerfen ausschliesslich von befaehigten Personen nach TRBS 1203 oder Elektrofachkraeften nach DIN VDE 1000-10 durchgefuehrt werden – ein normaler Hausmeister oder Facility Manager reicht nicht aus.

Wer ist eine befaehigte Person nach TRBS 1203?

Die Technische Regel fuer Betriebssicherheit (TRBS 1203) definiert drei Voraussetzungen, die gleichzeitig erfuellt sein muessen:

1. Berufsausbildung

  • Abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung (Elektroniker, Elektriker, Mechatroniker) oder
  • Studium der Elektrotechnik oder vergleichbarer Studiengang oder
  • Vergleichbare Qualifikation mit nachgewiesenen elektrotechnischen Kenntnissen

2. Berufserfahrung

  • Mindestens 1 Jahr Berufserfahrung im Bereich der zu pruefenden Anlagen/Geraete
  • Die Erfahrung muss zeitnah zur Pruefertaetigkeit sein (nicht 20 Jahre zurueckliegend)
  • Praxiswissen ueber die spezifischen Geraetetypen und deren Fehlerbilder

3. Zeitnahe berufliche Taetigkeit

  • Der Pruefer muss aktuell im elektrotechnischen Bereich taetig sein
  • Regelmaessige Weiterbildung (empfohlen: jaehrlich, mindestens alle 3 Jahre)
  • Kenntnis der aktuellen Normen und Vorschriften (VDE, DGUV)

Elektrofachkraft nach DIN VDE 1000-10

Die DIN VDE 1000-10 definiert die Elektrofachkraft als Person, die:

  • Eine fachliche Ausbildung im Bereich Elektrotechnik hat
  • Kenntnisse der einschlaegigen Normen besitzt (VDE 0100, 0105, 0701-0702)
  • Erfahrung mit den zu pruefenden Anlagen/Geraeten hat
  • Regelmaessig elektrotechnisch taetig ist

Abgrenzung: Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP)

Eine EuP darf keine DGUV V3 Pruefungen durchfuehren. Sie darf lediglich:

  • Sichtpruefungen im Rahmen der taeglichen Nutzung
  • Funktionspruefungen (z.B. FI-Schalter-Test am Geraet)
  • Einfache Taetigkeiten unter Aufsicht einer Elektrofachkraft

Externe Dienstleister: Vor- und Nachteile

Vorteile externer Pruefung

  • Keine Investition in Messgeraete und Schulungen
  • Unabhaengigkeit und Objektivitaet
  • Haftungsuebergang fuer die Pruefung selbst
  • Skalierbar – egal ob 50 oder 5.000 Geraete
  • Professionelle Pruefberichte und Dokumentation

Nachteile externer Pruefung

  • Hoehere Stueckkosten pro Geraet (3-8 EUR vs. 1-3 EUR intern)
  • Anfahrtskosten (50-100 EUR pro Termin)
  • Terminabhaengigkeit – Wartezeiten bis zu 4 Wochen
  • Weniger Geraetewissen – interne Pruefer kennen die Besonderheiten

Kostenvergleich: Intern vs. Extern

Kosten bei externer Pruefung

PositionKosten
Ortsveraenderliche Geraete (pro Stueck)3-8 EUR
Ortsfeste Anlagen (pro Pruefpunkt)50-200 EUR
Maschinenabnahme (pro Maschine)100-500 EUR
Anfahrtspauschale50-100 EUR
Pruefprotokoll + PlakettenInklusive
Rechenbeispiel: 200 ortsveraenderliche Geraete + 20 ortsfeste Pruefpunkte = ca. 2.600-4.600 EUR

Kosten bei interner Pruefung

PositionKosten (einmalig)Kosten (jaehrlich)
Messgeraet (z.B. Gossen Metrawatt)2.000-5.000 EUR
Schulung/Zertifizierung500-1.500 EUR300-500 EUR
Kalibrierung Messgeraet200-400 EUR
Arbeitszeit PrueferAbhaengig von Geraeteanzahl
Software/Dokumentation0-500 EUR0-200 EUR
Rechenbeispiel: Bei 200+ Geraeten amortisiert sich die interne Pruefung oft nach 1-2 Jahren.

Empfehlung nach Unternehmensgroesse

  • Unter 100 Geraete: Externer Dienstleister (kosteneffizienter)
  • 100-500 Geraete: Hybrid (ortsfest extern, ortsveraenderlich intern)
  • Ueber 500 Geraete: Interner Pruefer mit digitaler Unterstuetzung

Messgeraete fuer die DGUV V3 Pruefung

Wer intern prueft, braucht die richtige Ausruestung:

  • Geraetetester (VDE 0701-0702): Fuer ortsveraenderliche Betriebsmittel. Ab 2.000 EUR
  • Installationstester (VDE 0100-600): Fuer ortsfeste Anlagen. Ab 3.000 EUR
  • Isolationsmessgeraet: Fuer Isolationswiderstandsmessung. Ab 500 EUR
  • Schleifenimpedanzmessgeraet: Fuer Kurzschlussstrommessung. Ab 800 EUR
  • RCD-/FI-Tester: Fuer Fehlerstromschutzschalter. Ab 300 EUR

Dokumentationspflichten des Pruefers

Jeder Pruefer muss folgende Dokumentation erstellen:

  • Pruefprotokoll mit Messwerten und Bewertung
  • Geraetekennzeichnung (Pruefplakette mit naechstem Termin)
  • Maengelprotokoll bei festgestellten Maengeln
  • Empfehlung zum naechsten Pruefintervall
  • Nachweis der eigenen Qualifikation (auf Anfrage)

Weiterführende Ressourcen

Fazit

Die Wahl des richtigen Pruefers ist entscheidend fuer rechtssichere DGUV V3 Pruefungen. Ob intern oder extern – die Qualifikation muss stimmen. Digitale Dokumentation stellt sicher, dass alle Nachweise revisionssicher vorliegen.

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Häufig gestellte Fragen

Darf jeder Elektriker DGUV V3 Pruefungen durchfuehren?

Nein. Ein Gesellenbrief als Elektriker reicht nicht aus. Der Pruefer muss eine befaehigte Person nach TRBS 1203 sein. Dazu gehoeren: abgeschlossene Berufsausbildung im Elektrobereich, mindestens 1 Jahr Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Taetigkeit.

Was kostet eine DGUV V3 Pruefung pro Geraet?

Die Kosten variieren: Ortsveraenderliche Geraete 3-8 EUR pro Stueck, ortsfeste Anlagen 50-200 EUR pro Pruefpunkt, Maschinenabnahme 100-500 EUR. Bei externen Dienstleistern kommen Anfahrtskosten (50-100 EUR) hinzu.

Kann ich DGUV V3 intern pruefen lassen?

Ja, wenn Sie einen qualifizierten Mitarbeiter haben (Elektrofachkraft mit Prueferfahrung). Interne Pruefung ist oft guenstiger bei vielen Geraeten, erfordert aber Investitionen in Messgeraete (2.000-5.000 EUR) und Schulungen (500-1.500 EUR).

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Christoph Schulz
Gründer & CEO, CERTISCAN