Die DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) ist die Unfallverhütungsvorschrift der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung für elektrische Anlagen und Betriebsmittel. Sie verpflichtet jeden Arbeitgeber in Deutschland, sämtliche elektrischen Geräte und Anlagen im Betrieb regelmäßig prüfen zu lassen — unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße.
Die Vorschrift gilt für:
Ortsfeste elektrische Anlagen (z. B. Schaltschränke, Unterverteilungen, fest installierte Maschinen)
Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel (z. B. Laptops, Kaffeemaschinen, Verlängerungskabel, Handbohrmaschinen)
Stationäre elektrische Betriebsmittel (z. B. Standbohrmaschinen, Serverracks)
In der Praxis bedeutet das: Vom Wasserkocher in der Teeküche bis zur CNC-Fräse in der Fertigung — jedes elektrische Gerät muss geprüft und dokumentiert werden. Die DGUV V3 ist damit eine der wichtigsten Vorschriften im betrieblichen Arbeitsschutz und betrifft schätzungsweise über 3,5 Millionen Betriebe in Deutschland.
Keine Rechtsberatung – Angaben ohne Gewähr. Beträge, Fristen und Schwellen können sich ändern; im Zweifel Fachperson hinzuziehen.
Häufige Fragen
Wie oft muss eine DGUV V3 Prüfung durchgeführt werden?
Die Prüfintervalle hängen von der Gerätekategorie und den Einsatzbedingungen ab. Ortsveränderliche Geräte im Büro: alle 24 Monate. Auf Baustellen: alle 6 Monate. Ortsfeste Anlagen: alle 4 Jahre (normal) bzw. jährlich (erhöhte Gefährdung). Die Fristen können per Gefährdungsbeurteilung angepasst werden.
Wer darf die DGUV V3 Prüfung durchführen?
Die Prüfung darf nur von einer Elektrofachkraft (EFK) oder einer befähigten Person durchgeführt werden. Beide müssen über eine entsprechende Ausbildung, Berufserfahrung und aktuelle Tätigkeitskenntnisse verfügen. Externe Prüfdienstleister wie DEKRA oder TÜV sind ebenfalls zulässig.
Welche Bußgelder drohen bei fehlender DGUV V3 Prüfung?
Die Berufsgenossenschaft kann Bußgelder bis 10.000 EUR pro Verstoß verhängen (§ 209 SGB VII). Bei Personenschäden durch ungeprufte Geräte drohen strafrechtliche Konsequenzen: fahrlässige Körperverletzung (bis 3 Jahre) oder fahrlässige Tötung (bis 5 Jahre Freiheitsstrafe). Zusätzlich kann die Versicherung Leistungen kürzen oder verweigern.
Was ist der Unterschied zwischen VDE 0701 und VDE 0702?
VDE 0701 (DIN EN 50678) regelt die Prüfung nach Reparatur oder Änderung eines Gerätes. VDE 0702 (DIN EN 50699) regelt die Wiederholungsprüfung im laufenden Betrieb. Die Messmethoden sind weitgehend identisch, aber die Dokumentationsanforderungen unterscheiden sich.
Müssen auch neue Geräte vor der ersten Verwendung geprüft werden?
Ja. § 14 BetrSichV verlangt eine Prüfung vor der erstmaligen Verwendung. Bei Neugeräten mit CE-Kennzeichnung reicht in der Regel eine Sichtprüfung und Funktionsprüfung aus. Eine vollständige messtechnische Prüfung ist erst bei der ersten Wiederholungsprüfung erforderlich — es sei denn, die Gefährdungsbeurteilung ergibt etwas anderes.
Wie lange müssen Prüfprotokolle aufbewahrt werden?
Gesetzlich mindestens bis zur nächsten Prüfung. Empfohlen werden 6 Jahre (allgemeine Verjährungsfrist nach BGB). Bei Geräten mit langer Lebensdauer ist eine Aufbewahrung über die gesamte Nutzungsdauer plus 6 Jahre sinnvoll, da Ansprüche aus Produkthaftung bis zu 10 Jahre geltend gemacht werden können.
Was passiert bei der DGUV V3 Prüfung, wenn ein Gerät durchfällt?
Das Gerät muss sofort außer Betrieb genommen und gekennzeichnet werden (z. B. roter Aufkleber "Nicht verwenden"). Es darf erst nach einer Reparatur durch eine Elektrofachkraft und einer erneuten Prüfung nach VDE 0701 wieder in Betrieb genommen werden. Die Außerbetriebnahme und die Reparatur müssen dokumentiert werden.
Gilt die DGUV V3 auch für IT-Geräte wie Laptops und Monitore?
Ja. Laptops, Monitore, Drucker, Server und alle anderen IT-Geräte sind ortsveränderliche bzw. stationäre elektrische Betriebsmittel und fallen unter die DGUV V3. Im Büro gelten in der Regel 24-Monats-Intervalle. USB-Geräte mit Kleinspannung (Schutzklasse III) haben ein geringeres Gefährdungspotenzial, müssen aber ebenfalls erfasst werden.
Kann ich die DGUV V3 Prüfung selbst durchführen?
Nur wenn Sie eine qualifizierte Elektrofachkraft oder befähigte Person sind. Ohne entsprechende Qualifikation ist die Prüfung nicht zulässig und im Schadensfall wertlos. Für die meisten KMU ist die Beauftragung eines externen Prüfdienstleisters die wirtschaftlichste Lösung.
Wie hilft eine digitale Lösung wie CERTISCAN bei der DGUV V3?
CERTISCAN digitalisiert den gesamten Prüfprozess: QR-Code-basierte Geräteidentifikation, automatische Prüftermin-Erinnerungen, digitale Prüfprotokolle nach VDE 0701-0702, WORM-Audit-Trail für revisionssichere Dokumentation und automatisches Mängelmanagement mit CAPA-Erstellung. Damit reduzieren Sie den Verwaltungsaufwand um bis zu 70 % und sind jederzeit auditbereit.
Die DGUV Vorschrift 3 steht nicht isoliert, sondern ist eingebettet in ein mehrstufiges Regelwerk:
Rechtsquelle
Inhalt
Verbindlichkeit
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
Allgemeine Arbeitgeberpflicht zur Gefährdungsbeurteilung und zum Schutz der Beschäftigten
Bundesgesetz
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
Konkretisiert die Prüfpflichten für Arbeitsmittel, regelt befähigte Personen
Rechtsverordnung
DGUV Vorschrift 3
Spezifische Unfallverhütungsvorschrift für elektrische Anlagen und Betriebsmittel
Autonomes Satzungsrecht (bindend für Mitgliedsunternehmen)
VDE 0100 / 0105 / 0701-0702
Technische Normen für Errichtung, Betrieb und Wiederholungsprüfung
Stand der Technik (Vermutungswirkung)
TRBS 1201
Technische Regel zur Prüfung von Arbeitsmitteln
Vermutungswirkung
Rechtsquelle
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
Inhalt
Allgemeine Arbeitgeberpflicht zur Gefährdungsbeurteilung und zum Schutz der Beschäftigten
Verbindlichkeit
Bundesgesetz
Rechtsquelle
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
Inhalt
Konkretisiert die Prüfpflichten für Arbeitsmittel, regelt befähigte Personen
Verbindlichkeit
Rechtsverordnung
Rechtsquelle
DGUV Vorschrift 3
Inhalt
Spezifische Unfallverhütungsvorschrift für elektrische Anlagen und Betriebsmittel
Verbindlichkeit
Autonomes Satzungsrecht (bindend für Mitgliedsunternehmen)
Rechtsquelle
VDE 0100 / 0105 / 0701-0702
Inhalt
Wichtig: Die DGUV Vorschrift 3 hat als Unfallverhütungsvorschrift den Rang von autonomem Satzungsrecht. Das bedeutet: Sie ist für alle Mitgliedsunternehmen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen rechtlich bindend — nicht lediglich eine Empfehlung. Verstöße können Bußgelder und im Schadensfall strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Seit der Novellierung der BetrSichV 2015 (zuletzt geändert 2019) sind die Anforderungen an die Dokumentation nochmals verschärft worden. Der Arbeitgeber muss die Prüfung vor der erstmaligen Verwendung und danach in regelmäßigen Abständen veranlassen (§ 14 BetrSichV).
Wer muss prüfen lassen?
Die Prüfpflicht trifft den Arbeitgeber — unabhängig davon, ob es sich um ein Großunternehmen, einen Handwerksbetrieb oder ein Einzelbüro handelt. Konkret:
Unternehmen aller Größen — vom Einpersonenbüro bis zum Konzern
Vereine und gemeinnützige Organisationen — sobald Beschäftigte vorhanden sind
Vermieter — für elektrische Anlagen in Gewerbeimmobilien (Gemeinschaftsflächen)
Ausnahmen: Rein private Haushalte ohne Beschäftigte fallen nicht unter die DGUV V3. Sobald jedoch eine Haushaltshilfe, ein Pflegedienst oder ein Handwerker regelmäßig tätig ist, greifen die Vorschriften wieder.
Verantwortlichkeit im Organigramm
Der Unternehmer kann die Durchführung an eine Elektrofachkraft (EFK) oder eine befähigte Person delegieren (schriftliche Bestellung empfohlen). Die Organisationsverantwortung — also die Pflicht, dass Prüfungen stattfinden, dokumentiert und Mängel behoben werden — verbleibt jedoch immer beim Unternehmer.
In Unternehmen mit mehreren Standorten empfiehlt die DGUV, einen verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) zu bestellen, der die Prüforganisation standortübergreifend koordiniert.
Prüfintervalle nach DGUV V3
Die DGUV Vorschrift 3 gibt in Verbindung mit der DGUV Information 203-070 (ehemals BGI 5090) konkrete Richtwerte für Prüffristen vor. Diese können auf Basis einer Gefährdungsbeurteilung verlängert oder verkürzt werden.
Die Richtwerte sind keine starren Vorschriften. Paragraph 5 der DGUV V3 erlaubt dem Unternehmer, auf Basis einer dokumentierten Gefährdungsbeurteilung die Fristen anzupassen. In der Praxis bedeutet das:
Bei nachweislich geringer Beanspruchung und niedriger Fehlerquote (unter 2 %) können Fristen bis maximal verdoppelt werden.
Bei erhöhter Beanspruchung (Feuchtigkeit, Staub, mechanische Belastung) müssen Fristen verkürzt werden.
Die Entscheidung muss schriftlich dokumentiert und von einer Elektrofachkraft begründet sein.
VDE 0701-0702: Die Prüfnorm im Detail
Während die DGUV V3 das "Ob" der Prüfung regelt, beschreibt die DIN VDE 0701-0702 das "Wie". Diese Norm (vollständig: DIN EN 50678 (VDE 0701):2021 und DIN EN 50699 (VDE 0702):2021) definiert die konkreten Mess- und Prüfverfahren für die Wiederholungsprüfung.
Schutzleiterwiderstand — Messung mit 200 mA Prüfstrom, Grenzwert: ≤ 0,3 Ω (bei Leitungslängen bis 5 m). Pro zusätzlichem Meter +0,1 Ω, maximal 1,0 Ω.
Isolationswiderstand — Messung mit 500 V DC, Grenzwert Schutzklasse I: ≥ 1,0 MΩ; Schutzklasse II: ≥ 2,0 MΩ.
Schutzleiterstrom (alternativ zum Isolationswiderstand) — Grenzwert: ≤ 3,5 mA für Klasse I, ≤ 0,5 mA für Klasse II.
Berührungsstrom — Grenzwert: ≤ 0,5 mA (alle Klassen).
Funktionsprüfung — Gerät wird unter Last betrieben, um einwandfreie Funktion zu verifizieren.
Dokumentation — Ergebnis wird mit Datum, Prüfer, Messwerten und Bewertung (bestanden/nicht bestanden) protokolliert.
Grenzwerte im Überblick
Messung
Schutzklasse I
Schutzklasse II
Schutzklasse III
Schutzleiterwiderstand
≤ 0,3 Ω
— (nicht zutreffend)
— (nicht zutreffend)
Isolationswiderstand
≥ 1,0 MΩ
≥ 2,0 MΩ
≥ 0,25 MΩ
Schutzleiterstrom
≤ 3,5 mA
≤ 0,5 mA
— (nicht zutreffend)
Berührungsstrom
≤ 0,5 mA
≤ 0,5 mA
≤ 0,5 mA
Messung
Schutzleiterwiderstand
Schutzklasse I
≤ 0,3 Ω
Schutzklasse II
— (nicht zutreffend)
Schutzklasse III
— (nicht zutreffend)
Messung
Isolationswiderstand
Schutzklasse I
≥ 1,0 MΩ
Schutzklasse II
≥ 2,0 MΩ
Schutzklasse III
≥ 0,25 MΩ
Messung
Schutzleiterstrom
Schutzklasse I
≤ 3,5 mA
Schutzklasse II
≤ 0,5 mA
Hinweis: Seit der Neufassung 2021 (VDE 0701:2021 und VDE 0702:2021) wurden die beiden Normen in separate Dokumente aufgeteilt — VDE 0701 für die Prüfung nach Reparatur/Änderung, VDE 0702 für die Wiederholungsprüfung. Die Messmethoden sind weitgehend identisch, aber die Dokumentationsanforderungen unterscheiden sich leicht.
Prüfablauf Schritt für Schritt
Ein strukturierter Prüfablauf stellt sicher, dass keine Geräte vergessen werden und die Dokumentation lückenlos ist. Hier der empfohlene Ablauf in 8 Schritten:
Schritt 1: Bestandsaufnahme und Inventarisierung
Erfassen Sie alle elektrischen Geräte und Anlagen im Betrieb. Pro Gerät benötigen Sie: Gerätetyp, Hersteller, Seriennummer, Standort, Schutzklasse und Inbetriebnahmedatum. In großen Betrieben mit 500+ Geräten ist eine digitale Erfassung per QR-Code oder Barcode-Scanner empfehlenswert.
Schritt 2: Gefährdungsbeurteilung und Fristfestlegung
Legen Sie auf Basis der DGUV Information 203-070 und Ihrer Gefährdungsbeurteilung die Prüffristen pro Gerätekategorie fest. Dokumentieren Sie die Begründung, insbesondere bei Abweichungen von den Richtwerten.
Schritt 3: Prüfplan erstellen
Erstellen Sie einen Jahresprüfplan, der alle fälligen Prüfungen auf Kalenderwochen verteilt. Vermeiden Sie Stoßprüfungen am Jahresende — verteilen Sie die Last gleichmäßig. Bei 1.000 Geräten mit 12-Monats-Intervall sind das etwa 20 Prüfungen pro Woche.
Schritt 4: Sichtprüfung
Prüfen Sie jedes Gerät visuell auf: beschädigte Gehäuse, geknickte Kabel, lose Stecker, fehlende Typenschilder, Verfärbungen (Überhitzung), Feuchtigkeit und Verschmutzung. Etwa 30–40 % aller Mängel werden bereits bei der Sichtprüfung entdeckt.
Schritt 5: Messtechnische Prüfung
Führen Sie die Messungen nach VDE 0701-0702 durch (siehe vorheriges Kapitel). Verwenden Sie ein kalibriertes Prüfgerät (z. B. Fluke 6500-2, Gossen Metrawatt Secutest, Benning ST 750 A). Die Kalibrierung muss jährlich erneuert werden.
Schritt 6: Funktionsprüfung
Betreiben Sie das Gerät unter normalen Bedingungen und prüfen Sie auf ungewöhnliche Geräusche, Gerüche, Vibrationen oder Temperaturentwicklung.
Schritt 7: Bewertung und Kennzeichnung
Bewerten Sie das Gerät als "bestanden" oder "nicht bestanden". Bestandene Geräte erhalten eine Prüfplakette (Aufkleber oder QR-Code-Tag) mit Prüferdatum und nächstem Prüftermin. Nicht bestandene Geräte werden sofort außer Betrieb genommen und gekennzeichnet.
Schritt 8: Dokumentation und Nachverfolgung
Erstellen Sie für jedes Gerät ein Prüfprotokoll mit allen Messwerten, dem Prüfergebnis und der Prüfer-Identifikation. Defekte Geräte werden entweder repariert (und erneut geprüft nach VDE 0701) oder entsorgt. Die Dokumentation muss mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahrt werden — empfohlen sind 6 Jahre (Verjährungsfrist nach BGB).
Dokumentationspflichten
Die Dokumentation der DGUV-V3-Prüfung ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch Ihr wichtigstes Beweismittel im Schadensfall. Folgende Informationen müssen pro Prüfung dokumentiert werden:
Verwendetes Prüfgerät — Typ, Seriennummer, Datum der letzten Kalibrierung
Aufbewahrungsfristen
Dokument
Mindestaufbewahrung
Empfehlung
Prüfprotokoll
Bis zur nächsten Prüfung
6 Jahre
Gefährdungsbeurteilung
Dauer der Tätigkeitsausübung
Dauerhaft
Geräteverzeichnis
Dauer der Nutzung + 1 Prüfzyklus
Gerätelebensdauer + 6 Jahre
Bestellung der EFK/befähigten Person
Dauer der Bestellung
Dauerhaft
Dokument
Prüfprotokoll
Mindestaufbewahrung
Bis zur nächsten Prüfung
Empfehlung
6 Jahre
Dokument
Gefährdungsbeurteilung
Mindestaufbewahrung
Dauer der Tätigkeitsausübung
Empfehlung
Dauerhaft
Dokument
Geräteverzeichnis
Mindestaufbewahrung
Dauer der Nutzung + 1 Prüfzyklus
Empfehlung
Gerätelebensdauer + 6 Jahre
Dokument
Bestellung der EFK/befähigten Person
Mindestaufbewahrung
Praxistipp: Papierbasierte Dokumentation ist zwar zulässig, aber fehleranfällig und schwer durchsuchbar. Digitale Systeme wie CERTISCAN erzeugen automatisch revisionssichere Prüfprotokolle mit WORM-Audit-Trail (Write Once, Read Many) — ideal für den Nachweis gegenüber Berufsgenossenschaften und Behörden.
Bußgelder und Konsequenzen bei Verstößen
Verstöße gegen die DGUV Vorschrift 3 können empfindliche Konsequenzen haben — finanziell, strafrechtlich und versicherungstechnisch.
Verstoß
Konsequenz
Rechtsgrundlage
Fehlende oder verspätete Prüfung
Bußgeld bis 10.000 EUR
§ 209 SGB VII
Fehlende Dokumentation
Bußgeld bis 10.000 EUR
§ 209 SGB VII
Betrieb nicht geprüfter Geräte nach Beanstandung
Bußgeld bis 10.000 EUR, ggf. Betriebsuntersagung
§ 209 SGB VII, § 22 ArbSchG
Personenschaden durch ungeprüftes Gerät
Strafrechtliche Konsequenzen: fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB) oder fahrlässige Tötung (§ 222 StGB); Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
§ 229, § 222 StGB
Brandschaden durch Elektrodefekt
Regressforderung der Versicherung bei fehlender Prüfung; Versicherungsschutz kann entfallen
VVG, Versicherungsvertrag
Wiederholte Verstöße
Beitragsaufschlag der Berufsgenossenschaft (bis 100 % Zuschlag)
§ 162 SGB VII
Verstoß
Fehlende oder verspätete Prüfung
Konsequenz
Bußgeld bis 10.000 EUR
Rechtsgrundlage
§ 209 SGB VII
Verstoß
Fehlende Dokumentation
Konsequenz
Bußgeld bis 10.000 EUR
Rechtsgrundlage
§ 209 SGB VII
Verstoß
Betrieb nicht geprüfter Geräte nach Beanstandung
Konsequenz
Bußgeld bis 10.000 EUR, ggf. Betriebsuntersagung
Rechtsgrundlage
§ 209 SGB VII, § 22 ArbSchG
Verstoß
Personenschaden durch ungeprüftes Gerät
Konsequenz
Der unterschätzte Risikofaktor: Versicherung
Besonders brisant: Bei einem Brandschaden durch einen Elektrodefekt prüfen Versicherungen routinemäßig, ob die DGUV-V3-Prüfung aktuell war. Fehlt die Dokumentation, kann die Versicherung die Leistung kürzen oder verweigern — selbst bei einer regulären Feuerversicherung. In der Praxis wurden bereits Regressforderungen im sechsstelligen Bereich geltend gemacht.
Auch die Betriebshaftpflicht kann bei Personenschäden Regress nehmen, wenn die Prüfung nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Das persönliche Haftungsrisiko trifft dabei nicht nur die Geschäftsführung, sondern auch die verantwortliche Elektrofachkraft.
Elektrofachkraft vs. befähigte Person
Die DGUV V3 und die BetrSichV unterscheiden zwei Personengruppen, die Prüfungen durchführen dürfen:
Kriterium
Elektrofachkraft (EFK)
Befähigte Person
Definition
DIN VDE 1000-10: Abgeschlossene Ausbildung + Berufserfahrung + aktuelle Tätigkeit im Fachgebiet
Elektrotechnische Berufsausbildung (z. B. Elektroniker, Elektroingenieur)
Befähigte Person
Kann auch elektrotechnisch unterwiesene Person mit Zusatzqualifikation sein
Kriterium
Darf prüfen
Elektrofachkraft (EFK)
Alle elektrischen Anlagen und Betriebsmittel
Befähigte Person
Betriebsmittel gemäß Befähigung und Bestellung
Kriterium
Ortsfeste Anlagen
Elektrofachkraft (EFK)
Praxishinweis: Viele Unternehmen beauftragen externe Prüfdienstleister (z. B. DEKRA, TÜV, GTÜ), die über entsprechend qualifizierte Elektrofachkräfte verfügen. Das ist zulässig und oft wirtschaftlicher als eigenes Prüfpersonal — insbesondere für KMU mit weniger als 200 Geräten.
Unabhängig davon, ob intern oder extern geprüft wird: Der Unternehmer bleibt verantwortlich für die Organisation, Terminüberwachung und Mängelbehebung.
QR-Code-basierte Prüfung mit CERTISCAN
Die klassische DGUV-V3-Prüfung arbeitet mit Papier-Prüfprotokollen und Excel-Listen — fehleranfällig, schwer durchsuchbar und kaum nachvollziehbar. Moderne Prüforganisation nutzt QR-Codes zur Geräteidentifikation und digitale Protokolle für lückenlose Dokumentation.
So funktioniert QR-Code-basierte Prüfung
Gerät registrieren: Jedes elektrische Betriebsmittel erhält einen CERTISCAN QR-Code (wetterfester Aufkleber oder Kabelmarker). Der QR-Code ist mit der digitalen Geräteakte verknüpft.
QR-Code scannen: Der Prüfer scannt den Code mit dem Smartphone oder Tablet. CERTISCAN öffnet automatisch die Geräteakte mit Prüfhistorie, letzten Messwerten und fälligen Prüfungen.
Prüfung durchführen: Der Prüfer trägt Sichtprüfung, Messwerte und Ergebnis direkt in die App ein. Fotos von Mängeln können angehängt werden.
Protokoll generieren: CERTISCAN erstellt automatisch ein revisionssicheres Prüfprotokoll mit allen Pflichtangaben nach DGUV V3 und VDE 0701-0702.
Mängel nachverfolgen: Bei "nicht bestanden" wird automatisch eine Maßnahme angelegt. Der Verantwortliche wird per E-Mail benachrichtigt. Die Wiederholungsprüfung nach Reparatur wird terminiert.
Vorteile gegenüber Papier und Excel
Keine vergessenen Prüfungen: Automatische Erinnerungen 30, 14 und 7 Tage vor Fälligkeit
Lückenlose Prüfhistorie: WORM-Audit-Trail — einmal geschrieben, nicht änderbar, nicht löschbar
Sofortige Verfügbarkeit: Prüfprotokolle in Sekunden abrufbar — nicht erst nach Aktenwühlen
Mehrere Standorte: Zentrale Übersicht über alle Standorte, Geräte und Prüffristen
BG-Prüfung vorbereitet: Exportierbare Berichte im PDF-Format für Berufsgenossenschafts-Audits
Wie CERTISCAN bei der DGUV V3 Prüfung hilft
CERTISCAN wurde als modulare Compliance-Plattform speziell für den deutschen Markt entwickelt. Für die DGUV-V3-Prüfung bietet CERTISCAN:
Geräteverwaltung
Digitales Geräteverzeichnis mit QR-Code-Verknüpfung pro Gerät
Automatische Schutzklassen-Zuordnung (I, II, III) mit voreingestellten Prüfintervallen
Standortbezogene Gliederung — ideal für Unternehmen mit mehreren Filialen
Import bestehender Gerätedaten per CSV
Prüfplanung und Erinnerungen
Automatischer Prüfkalender auf Basis der hinterlegten Intervalle
E-Mail-Erinnerungen an Prüfer und Verantwortliche (30/14/7 Tage vor Fälligkeit)
Dashboard mit Ampelsystem: grün (geprüft), gelb (bald fällig), rot (überfällig)
Kalender-Integration für externe Prüfdienstleister
Digitale Prüfprotokolle
Vorlagen nach VDE 0701-0702 mit allen Pflichtfeldern
Messwert-Eingabe mit automatischer Grenzwertprüfung (bestanden/nicht bestanden)
Foto-Dokumentation von Mängeln direkt aus der App
WORM-Audit-Trail: SHA-256 Hash-Chain, nicht manipulierbar
Mängelmanagement
Automatische CAPA-Erstellung bei "nicht bestanden" (Corrective and Preventive Action)
Eskalationsregeln: Automatische Benachrichtigung des Vorgesetzten nach 48 Stunden ohne Reaktion
Wiederholungsprüfung wird automatisch terminiert
Statistiken: Fehlerquote nach Gerätetyp, Standort, Prüfer
Reporting und Nachweise
PDF-Export: Einzelprüfprotokoll und Sammelberichte
BG-Report: Vorgefertigter Bericht für Berufsgenossenschafts-Audits
Compliance-Score: Prozentuale Prüfabdeckung in Echtzeit
ISO-Integration: DGUV-V3-Prüfungen fließen in den ISO-45001-Arbeitsschutz-Score ein
Im echten Betrieb testen: CERTISCAN bietet einen begleitet eingerichteten Pilotzugang — ohne Kreditkarte. Pilotzugang anfragen und mit der digitalen DGUV-V3-Prüfung starten.