Nichtkonformitaet ISO 9001: Erkennen & Beheben
Nichtkonformitaeten nach ISO 9001 Klausel 10.2 muessen systematisch erkannt, dokumentiert und behoben werden. Erfahren Sie den Unterschied zwischen Major und Minor und den korrekten CAPA-Ablauf.
Nichtkonformitaeten nach ISO 9001 Klausel 10.2 muessen systematisch erkannt, dokumentiert und behoben werden. Erfahren Sie den Unterschied zwischen Major und Minor und den korrekten CAPA-Ablauf.

Eine Nichtkonformitaet nach ISO 9001 Klausel 10.2 liegt vor, wenn eine Anforderung der Norm, des eigenen QMS oder des Kunden nicht erfuellt wird – und der korrekte Umgang damit ist einer der haeufigsten Pruefpunkte bei Zertifizierungsaudits.
ISO 9001:2015 definiert Nichtkonformitaet als die "Nichterfuellung einer Anforderung". Anforderungen koennen sein:
Eine Major-Nichtkonformitaet ist ein systematischer Fehler, der eine Klausel komplett nicht erfuellt oder die Wirksamkeit des QMS in Frage stellt. Beispiel: Kein internes Audit durchgefuehrt. Eine Minor-Nichtkonformitaet ist ein einzelner Fehler ohne systematischen Charakter. Beispiel: Ein einzelnes Pruefprotokoll ist nicht unterschrieben.
Nicht sofort. Bei einer Major-Nichtkonformitaet erhalten Sie typischerweise 90 Tage Zeit fuer die Korrektur. Der Auditor fuehrt dann ein Nachaudit durch. Erst wenn die Korrektur nicht ausreicht oder mehrere Major-Befunde vorliegen, kann das Zertifikat ausgesetzt oder entzogen werden.
Definition: Systematischer Fehler, der die Faehigkeit des QMS gefaehrdet, sein beabsichtigtes Ergebnis zu erzielen.
Beispiele:
Konsequenz: 90 Tage Korrekturfrist, Nachaudit erforderlich
Definition: Einzelner Fehler ohne systematischen Charakter, der die Wirksamkeit des QMS nicht grundsaetzlich gefaehrdet.
Beispiele:
Konsequenz: Korrektur bis zum naechsten Audit, kein Nachaudit noetig
Definition: Kein Fehler, aber ein Hinweis auf Verbesserungspotenzial oder ein Trend, der zum Fehler werden koennte.
Beispiele:
Konsequenz: Keine verpflichtende Massnahme, aber Empfehlung zur Verbesserung
Die Organisation muss als dokumentierte Information aufbewahren:
| Schritt | Aktion | Frist (typisch) |
|---|---|---|
| D1 | Team bilden | Tag 1 |
| D2 | Problem beschreiben | Tag 1-2 |
| D3 | Sofortmassnahme umsetzen | Tag 1-3 |
Nichtkonformitaeten sind kein Zeichen von Versagen – sie sind ein normaler Teil des Verbesserungsprozesses. Entscheidend ist der professionelle Umgang: schnelle Sofortmassnahme, gruendliche Ursachenanalyse und nachhaltige Korrektur. Wer diesen Prozess digital unterstuetzt, spart Zeit und beeindruckt jeden Auditor.
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Bei einem Erstzertifizierungsaudit sind 3-8 Minor-Befunde und 0-1 Major-Befunde normal. Bei Ueberwachungsaudits (nach dem ersten Jahr) sind 1-3 Minor-Befunde ueblich. Null Befunde kommen vor, werden aber von manchen Auditoren kritisch gesehen, da sie auf eine unvollstaendige Pruefung hindeuten koennten.
| Ursachenanalyse (5-Why, Ishikawa) |
| Woche 1-2 |
| D5 | Korrekturmassnahme definieren | Woche 2-3 |
| D6 | Korrekturmassnahme umsetzen | Woche 3-8 |
| D7 | Wirksamkeitspruefung | Monat 3-6 |
| D8 | Erfahrung uebertragen, CAPA abschliessen | Nach D7 |