ChatGPT im Unternehmen: Datenschutz & Richtlinie
ChatGPT im Unternehmen einsetzen, ohne gegen die DSGVO zu verstoßen? So erstellen Sie eine Unternehmensrichtlinie. Plus: Warum CERTISCAN auf die Claude API mit EU-Hosting setzt.
ChatGPT im Unternehmen einsetzen, ohne gegen die DSGVO zu verstoßen? So erstellen Sie eine Unternehmensrichtlinie. Plus: Warum CERTISCAN auf die Claude API mit EU-Hosting setzt.

Mehr als 68% der deutschen Unternehmen setzen inzwischen KI-Tools wie ChatGPT ein – doch nur 23% haben eine schriftliche Richtlinie dafür (Bitkom, 2025). Das ist ein massives Risiko: Ohne klare Regeln geben Mitarbeiter unwissentlich personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse und Kundendaten in KI-Tools ein. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ChatGPT DSGVO-konform im Unternehmen einsetzen, welche Daten tabu sind und warum CERTISCAN auf die Claude API mit EU-Hosting setzt.
Eine Studie von Cyberhaven (2025) zeigt alarmierende Zahlen:
Grundsätzlich ja, aber nur mit klaren Regeln. Ohne Unternehmensrichtlinie riskieren Sie Datenschutzverstöße, weil Mitarbeiter möglicherweise personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse oder Kundendaten eingeben. Eine schriftliche KI-Richtlinie ist daher Pflicht.
Verboten sind: personenbezogene Daten (Namen, E-Mails, Adressen), Kundendaten, Gesundheitsdaten, Finanzdaten, Geschäftsgeheimnisse, Vertragsdetails, Passwörter und interne Strategiepapiere. Alles, was unter die DSGVO oder das GeschGehG fällt, hat in ChatGPT nichts verloren.
| Unternehmen | Vorfall | Konsequenz |
|---|---|---|
| Samsung | Ingenieure gaben Quellcode in ChatGPT ein | Unternehmensweites ChatGPT-Verbot |
| JP Morgan | Mitarbeiter nutzten ChatGPT für Kundenkommunikation | Regulatorische Untersuchung |
| Amazon | Interne Daten tauchten in ChatGPT-Antworten auf | Warnung an alle Mitarbeiter |
Nicht alle ChatGPT-Zugänge sind gleich. Die Unterschiede sind erheblich:
| Merkmal | ChatGPT Free/Plus (Web) | ChatGPT Enterprise | OpenAI API | Claude API (Anthropic) |
|---|---|---|---|---|
| Daten zum Training | Ja (opt-out möglich) | Nein | Nein | Nein |
| DPA/AV-Vertrag | Nein | Ja | Ja | Ja |
| EU-Hosting | Nein | Auf Anfrage | Nein | Ja (via AWS EU) |
| SOC 2 | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Preis | 0-25 USD/User/Mo | 60 USD/User/Mo | Pay-per-Token | Pay-per-Token |
| Für Unternehmen geeignet | Nein | Ja | Ja (mit Aufbau) | Ja |
Kernaussage: Die kostenlose ChatGPT-Web-Oberfläche ist für Unternehmen mit personenbezogenen Daten nicht geeignet. Verwenden Sie mindestens ChatGPT Enterprise oder die API mit einem AV-Vertrag.
Die Datenschutz-Grundverordnung stellt klare Anforderungen an den Einsatz von KI:
Für die Verarbeitung personenbezogener Daten durch KI brauchen Sie eine Rechtsgrundlage:
Wenn ein KI-Anbieter personenbezogene Daten verarbeitet, brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag). Ohne AV-Vertrag ist die Nutzung bei personenbezogenen Daten rechtswidrig.
Betroffene Personen müssen informiert werden, wenn ihre Daten durch KI verarbeitet werden. Das betrifft insbesondere:
Bei hohem Risiko ist eine DSFA erforderlich. Das ist bei KI häufig der Fall, insbesondere bei:
Eine wirksame KI-Richtlinie sollte folgende Punkte abdecken:
| Anwendungsfall | Erlaubt? | Bedingung |
|---|---|---|
| Texte formulieren/umschreiben | Ja | Keine vertraulichen Inhalte |
| Code-Unterstützung | Ja | Kein proprietärer Code |
| Recherche & Zusammenfassungen | Ja | Nur öffentliche Quellen |
Beachten Sie auch die Anforderungen des Hinweisgeberschutzgesetzes – KI-generierte Inhalte dürfen keine Meldungen aus dem Meldekanal enthalten.
CERTISCAN nutzt KI an mehreren Stellen – bewusst mit der Claude API von Anthropic statt mit ChatGPT:
| Feature | KI-Einsatz | Datenschutz |
|---|---|---|
| CleanScore | Fotobewertung | Keine Personen auf Bildern |
| Hinweisgeberschutz | Risikobewertung von Meldungen | Anonymisierte Analyse |
| ESG-Berichterstattung | CO₂-Berechnung | Nur Sachdaten, keine PII |
Warum Claude statt ChatGPT?
Seit dem 2. Februar 2025 gelten erste Teile des EU AI Act. Für Unternehmen, die KI einsetzen (nicht nur entwickeln), sind folgende Pflichten relevant:
| Pflicht | Frist | Betrifft |
|---|---|---|
| Verbot unzulässiger KI-Systeme | 02.02.2025 | Social Scoring, manipulative KI |
| KI-Kompetenz der Mitarbeiter | 02.02.2025 | Alle Unternehmen mit KI-Einsatz |
| Hochrisiko-KI-Systeme | 02.08.2026 | HR-Entscheidungen, Kreditvergabe |
Besonders wichtig: Art. 4 EU AI Act verpflichtet alle Unternehmen, die KI einsetzen, zur KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter. Das bedeutet: Schulungen sind seit Februar 2025 Pflicht. Mehr zum Thema KI im operativen Einsatz finden Sie in unserem Artikel zu KI im Facility Management.
ChatGPT und andere KI-Tools bieten enormes Potenzial – aber ohne Richtlinie und technische Maßnahmen riskieren Sie DSGVO-Bußgelder bis zu 20 Millionen EUR oder 4% des Jahresumsatzes. Erstellen Sie jetzt eine KI-Richtlinie, schulen Sie Ihre Mitarbeiter und setzen Sie nur DSGVO-konforme Tools ein. CERTISCAN geht mit gutem Beispiel voran: EU-Hosting, AV-Vertrag und keine Verarbeitung personenbezogener Daten durch KI.
Bei der Web-Oberfläche (chat.openai.com) werden eingegebene Daten standardmäßig zum Training verwendet – es sei denn, Sie deaktivieren dies in den Einstellungen. Bei der API werden Daten laut OpenAI nicht zum Training genutzt. Für Unternehmen ist daher nur die API oder ChatGPT Enterprise empfehlenswert.
Ja, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden. OpenAI bietet ein Data Processing Agreement (DPA) an. Für ChatGPT Enterprise und die API ist ein solcher Vertrag verfügbar. Für die kostenlose Web-Version gibt es kein DPA – daher ist diese für Unternehmen mit personenbezogenen Daten nicht geeignet.
Ja. Anthropic bietet mit Claude eine leistungsfähige Alternative an, die auf EU-Servern gehostet werden kann. Weitere Alternativen: Aleph Alpha (deutsch), Mistral AI (französisch), oder selbst gehostete Open-Source-Modelle wie Llama. CERTISCAN nutzt die Claude API mit EU-Hosting.
| Ja |
| Keine Kundennamen/Daten |
| Übersetzungen | Ja | Keine vertraulichen Dokumente |
| Datenanalyse | Nur API | Anonymisierte Daten |
| Content-Generierung |
| Keine Kundendaten involviert |
| 02.08.2025 |
| Wenn KI-generierte Inhalte veröffentlicht werden |