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Knowledge/Angebot Gebäudereinigung erstellen: Von Aufmaß über Angebot zum Vertrag
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Angebot Gebäudereinigung erstellen: Von Aufmaß über Angebot zum Vertrag

Ein Reinigungsangebot ist mehr als ein Quadratmeterpreis in einem Word-Dokument. Wer dauerhaft profitabel arbeiten will, braucht einen durchgängigen Prozess: vom sauberen Aufmaß des Objekts über ein klares Leistungsverzeichnis und eine belastbare Kalkulation bis zum Angebot, das in Auftrag und Vertrag mündet – und dessen Zahlen später im Controlling wieder auftauchen. Dieser Leitfaden führt Schritt für Schritt durch den Weg vom ersten Objekttermin bis zum unterschriebenen Vertrag und zeigt, wo die typischen Margenfresser lauern.

CSChristoph Schulz11 min readUpdated: Jul 12, 2026
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Contents
  1. 01Das Wichtigste in 30 Sekunden
  2. 02Warum die Word-Vorlage der teuerste Fehler ist
  3. 03Schritt 1: Objektbegehung und Aufmaß
  4. 04Schritt 2: Leistungsverzeichnis (das SOLL)
  5. 05Schritt 3: Kalkulation – vom Aufwand zum Preis
  6. 06Schritt 4: Das Angebot
  7. 07Schritt 5: Vom Auftrag zum Vertrag
  8. 08Schritt 6: Der Kreis schließt sich im Controlling
  9. 09Wie CERTISCAN den Angebotsprozess durchgängig macht

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Ein gutes Reinigungsangebot entsteht nicht am Schreibtisch mit einem Pauschalpreis, sondern in einem durchgängigen Prozess mit sechs Stationen:

  • Aufmaß & Begehung: Flächen, Böden, Frequenz und Besonderheiten (Sanitär, Glas, Höhen) vor Ort erfassen – ohne belastbares Aufmaß ist jedes Angebot geraten.
  • Leistungsverzeichnis (SOLL): Was genau, wie oft, in welchem Qualitätsniveau – klar beschrieben, damit später niemand über „nicht vereinbart" streitet.
  • Kalkulation: Aus Flächenleistung (Richtwerten) und Vollkosten-Stundensatz den tragfähigen Preis rechnen – inklusive Mindestlohn, Zuschlägen, Material, Maschinen und Gemeinkosten.
  • Angebot: Transparent aufgebaut (Leistung + Frequenz + Preis), professionell und nachvollziehbar.
  • Auftrag & Vertrag: Das angenommene Angebot wird zu Auftrag und Vertrag – mit Laufzeit, Qualitätsniveau und ggf. SLA.
  • Übergang ins Controlling: Die kalkulierten Werte werden zum SOLL, an dem sich die spätere Rentabilität (IST) messen lässt.

Kurz: Angebot und Vertrag sind kein isoliertes Dokument, sondern der Anfang einer Kette, die bis zur Objekt-Rentabilität reicht. Dieser Leitfaden zeigt den ganzen Weg.

Warum die Word-Vorlage der teuerste Fehler ist

Viele Betriebe erstellen Angebote mit einer alten Word- oder Excel-Vorlage: Objektname rein, Quadratmeterpreis mal Fläche, fertig. Das Problem zeigt sich erst Monate später – wenn das Objekt Geld verliert, ohne dass jemand weiß, warum.

Die Ursachen liegen fast immer im Prozess:

  • Das Aufmaß war ungenau oder geschätzt → die Flächenleistung stimmt nicht.
  • Die Kalkulationsgrundlagen (Mindestlohn, Zuschläge, Material, Maschinen) waren zu niedrig oder veraltet.
  • Das Leistungsverzeichnis war schwammig → der Auftraggeber erwartet mehr, als kalkuliert wurde.
  • Es gibt keine Verbindung zum Controlling → niemand vergleicht später SOLL und IST.

Ein sauberer Prozess schließt genau diese Lücken – und macht aus dem Angebot ein Werkzeug, das die Marge schützt statt sie zu verspielen.

Schritt 1: Objektbegehung und Aufmaß

Alles beginnt vor Ort. Ohne belastbare Zahlen zu Fläche und Aufwand ist jede spätere Kalkulation eine Wette. Erfassen Sie beim Objekttermin:

  • Flächen nach Bodenart und Nutzung (Büro, Verkehrsfläche, Sanitär, Treppenhaus, Glas) – nicht nur die Gesamt-Quadratmeter.
  • Reinigungsfrequenz je Bereich (täglich, mehrmals pro Woche, wöchentlich).
  • Erschwernisse: Möblierungsgrad, Publikumsverkehr, Höhenarbeit, Zugangszeiten, Alleinarbeit, Sicherheitsauflagen.
  • Rahmenbedingungen: Reinigungszeitfenster (früh/spät/nachts – relevant für Zuschläge), Materialgestellung, Anfahrt.

→ Beim Aufmaß hilft der Flächen-/Aufmaß-Rechner, bei der Zeit der Reinigungszeit-Rechner.

Schritt 2: Leistungsverzeichnis (das SOLL)

Das Leistungsverzeichnis beschreibt verbindlich, was geleistet wird. Es ist die Grundlage für Kalkulation, Angebot und später für die Qualitätsmessung. Ein gutes Leistungsverzeichnis benennt je Bereich:

  • Tätigkeit (z. B. Böden feucht wischen, Papierkörbe leeren, Sanitär desinfizieren),
  • Frequenz (wie oft),
  • Qualitätsniveau / Ergebnis (was gilt als „sauber"),
  • Sonderleistungen (Grund-/Bauendreinigung, Glas, Winterdienst) klar abgegrenzt.

Je präziser das SOLL, desto weniger Streit später – und desto belastbarer die Rentabilitätsmessung.

Schritt 3: Kalkulation – vom Aufwand zum Preis

Jetzt wird gerechnet. Aus Flächenleistung (Richtwerte: wie viel m² pro Stunde je Bereich) ergibt sich der Zeitbedarf, aus dem Zeitbedarf über den Vollkosten-Stundensatz der Preis. In den Stundensatz gehören:

  • Lohnkosten inkl. Sozialabgaben – auf Basis des gültigen (Branchen-)Mindestlohns,
  • Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit,
  • Material und Maschinen (Verbrauch, Abschreibung, Wartung),
  • Gemeinkosten (Verwaltung, Objektleitung, Fahrzeuge),
  • Wagnis und Gewinn / Marge.

Der häufigste Kalkulationsfehler ist ein zu niedriger Lohnansatz. Der Branchenmindestlohn ist die Untergrenze – wer darunter kalkuliert, kalkuliert illegal und unrentabel zugleich.

→ Die vollständige Formel erklärt Reinigungskosten kalkulieren · den Lohnansatz Mindestlohn Gebäudereinigung 2026 · den Personalbedarf Personalbedarfsrechner Reinigung.

Schritt 4: Das Angebot

Aus der Kalkulation wird das Angebot. Ein überzeugendes Reinigungsangebot ist transparent und nachvollziehbar – nicht ein nackter Pauschalbetrag:

  • Leistungspositionen aus dem Leistungsverzeichnis, je mit Frequenz,
  • Preis pro Position bzw. transparente Monatspauschale,
  • klar abgegrenzte Sonderleistungen (auf Abruf, gesondert berechnet),
  • Laufzeit, Kündigungsfristen und Preisanpassungsklausel (z. B. bei Mindestlohnerhöhung),
  • Qualitätsanspruch und – bei größeren Objekten – ein SLA-Bezug.

Wichtig: Die Preisanpassungsklausel ist in der Reinigung überlebenswichtig, weil Mindestlohn und Tariflöhne regelmäßig steigen. Ohne sie sitzen Sie bei einer Lohnerhöhung mitten in der Vertragslaufzeit auf den Mehrkosten.

→ Die Marge im Blick behalten: Marge-Rechner.

Schritt 5: Vom Auftrag zum Vertrag

Nimmt der Auftraggeber an, wird aus dem Angebot ein Auftrag und daraus ein Vertrag. Der Vertrag hält fest, was im Angebot stand – plus die kaufmännischen und rechtlichen Rahmenbedingungen:

  • Vertragslaufzeit und Kündigung,
  • vereinbartes Leistungsverzeichnis und Qualitätsniveau (SLA),
  • Preis und Preisanpassung,
  • Ansprechpartner, Objektzugang, Materialgestellung,
  • Reklamations- und Eskalationsweg.

So entsteht eine lückenlose Linie: Was Sie kalkuliert haben, steht im Angebot, wird zum Vertrag – und ist damit auch die Referenz für die spätere Leistungskontrolle und Abrechnung.

Schritt 6: Der Kreis schließt sich im Controlling

Hier trennt sich der Profi vom Preisraten: Die kalkulierten Werte (Stunden, Kosten, Marge) werden zum SOLL. Im laufenden Betrieb liefern Zeiterfassung, Lohn und Rechnungen das IST. Der Vergleich zeigt objektgenau, ob der Auftrag die kalkulierte Marge bringt – oder schleichend Geld verliert.

Genau deshalb sollten Angebot/Kalkulation und Controlling nicht in getrennten Werkzeugen leben. Wenn die Kalkulation direkt ins Controlling überführt wird, sehen Sie Abweichungen früh – und können nachsteuern, bevor die Marge weg ist.

Wie CERTISCAN den Angebotsprozess durchgängig macht

CERTISCAN ist eine modulare Compliance- und Betriebsplattform für Gebäudereinigung, Handwerk und KMU. Zwei Module greifen hier ineinander:

  • [Kalkulation](/module/kalkulation): erstellt Angebote mit flexibler Preis-Logik – Aufschlag, Marge oder Rabatt je Kunde individuell einstellbar – auf Basis von Flächen-, Zeit- und Kostendaten. So wird aus dem Aufmaß nachvollziehbar der Angebotspreis, statt aus dem Bauchgefühl.
  • [Controlling](/module/controlling): übernimmt die kalkulierten Werte als SOLL und stellt sie dem IST aus Zeit-, Lohn- und Rechnungsdaten gegenüber – der Deckungsbeitrag je Objekt wird sichtbar.

Weil beide Module über den internen Daten-Bus verbunden sind, entsteht die durchgängige Linie Aufmaß → Kalkulation → Angebot → Auftrag → Controlling in einem System – nicht in fünf getrennten Excel-Dateien. Die passenden Rechner (Fläche, Zeit, Personalbedarf, Marge) sind frei zugänglich, sodass Sie einzelne Schritte auch vorab durchspielen können.

Not legal advice – provided without warranty. Amounts, deadlines and thresholds may change; consult a professional if in doubt.

Contents
  1. 01Das Wichtigste in 30 Sekunden
  2. 02Warum die Word-Vorlage der teuerste Fehler ist
  3. 03Schritt 1: Objektbegehung und Aufmaß
  4. 04Schritt 2: Leistungsverzeichnis (das SOLL)
  5. 05Schritt 3: Kalkulation – vom Aufwand zum Preis
  6. 06Schritt 4: Das Angebot
  7. 07Schritt 5: Vom Auftrag zum Vertrag
  8. 08Schritt 6: Der Kreis schließt sich im Controlling
  9. 09Wie CERTISCAN den Angebotsprozess durchgängig macht

Frequently asked questions

Wie erstelle ich ein Angebot für die Gebäudereinigung?
In sechs Schritten: Objektbegehung und Aufmaß, Leistungsverzeichnis (SOLL), Kalkulation auf Basis von Flächenleistung und Vollkosten-Stundensatz, Angebot mit transparenten Positionen, Überführung in Auftrag und Vertrag und schließlich der Abgleich mit dem Controlling. Der entscheidende Punkt ist der durchgängige Prozess statt eines isolierten Pauschalpreises.
Was gehört in ein Leistungsverzeichnis für die Unterhaltsreinigung?
Je Bereich die konkrete Tätigkeit, die Frequenz, das erwartete Qualitätsniveau und klar abgegrenzte Sonderleistungen. Je präziser das Leistungsverzeichnis, desto weniger Streit über „nicht vereinbarte" Leistungen und desto belastbarer die spätere Rentabilitätsmessung.
Wie kalkuliere ich den Preis für ein Reinigungsobjekt?
Aus dem Aufmaß und Richtwerten zur Flächenleistung ergibt sich der Zeitbedarf, den Sie mit dem Vollkosten-Stundensatz multiplizieren. In den Stundensatz gehören Lohn inkl. Sozialabgaben (mindestens Branchenmindestlohn), Zuschläge, Material, Maschinen, Gemeinkosten sowie Wagnis und Gewinn. Die vollständige Formel behandelt der Leitfaden zur Reinigungskosten-Kalkulation.
Warum brauche ich eine Preisanpassungsklausel im Reinigungsvertrag?
Weil Mindest- und Tariflöhne regelmäßig steigen. Ohne Preisanpassungsklausel tragen Sie Lohnerhöhungen während der Vertragslaufzeit selbst und verlieren Marge. Die Klausel erlaubt es, den Preis bei einer Lohnerhöhung vereinbarungsgemäß anzupassen.
Wie hängen Angebot und Controlling zusammen?
Die kalkulierten Werte des Angebots werden zum SOLL. Im laufenden Betrieb liefern Zeiterfassung, Lohn und Rechnungen das IST. Der Vergleich zeigt objektgenau, ob der Auftrag die kalkulierte Marge erreicht. Deshalb sollten Kalkulation und Controlling im selben System zusammenlaufen.
Was unterscheidet ein professionelles Angebot von einer Word-Vorlage?
Die Word-Vorlage liefert einen Pauschalpreis ohne belastbare Grundlage und ohne Verbindung zum Controlling. Ein professionelles Angebot beruht auf sauberem Aufmaß, transparenter Kalkulation und einem klaren Leistungsverzeichnis – und seine Zahlen tauchen später in der Rentabilitätsmessung wieder auf.

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