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Calculators/HACCP-Gefahrenanalyse: Gefahren systematisch identifizieren
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HACCP-Gefahrenanalyse: Gefahren systematisch identifizieren

Das HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist nach der EU-Verordnung (EG) 852/2004 für alle Lebensmittelunternehmen Pflicht. Die Gefahrenanalyse bildet das Fundament: Hier werden alle biologischen, chemischen und physikalischen Gefahren systematisch identifiziert und bewertet.

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HACCP-Gefahrenanalyse: Lebensmittelsicherheit systematisch gewährleisten

Das HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist nach der EU-Verordnung (EG) 852/2004 für alle Lebensmittelunternehmen Pflicht. Die Gefahrenanalyse bildet das Fundament: Hier werden alle biologischen, chemischen und physikalischen Gefahren systematisch identifiziert und bewertet.

Praxisbeispiel: Ein Gastronomiebetrieb, der Fleischgerichte zubereitet, muss für jeden Prozessschritt (Wareneingang bis Ausgabe) die spezifischen Gefahren analysieren. Beim Wareneingang ist die Kühlkette kritisch (biologische Gefahr: Salmonellen), bei der Erhitzung die Kerntemperatur (CCP: mind. 72°C für 2 Minuten).

Die drei Gefahrenkategorien

HACCP unterscheidet drei Arten von Gefahren, die Lebensmittel unsicher machen können:

  • Biologische Gefahren: Bakterien (Salmonellen, Listerien, E. coli), Viren (Norovirus, Hepatitis A), Parasiten, Schimmelpilze
  • Chemische Gefahren: Reinigungsmittelrückstände, Allergene, Pestizidreste, Schwermetalle, Mykotoxine
  • Physikalische Gefahren: Fremdkörper (Glas, Metall, Kunststoff), Knochen, Steine, Holzsplitter

CCP vs. CP: Der Unterschied

Nicht jeder Kontrollpunkt ist ein Critical Control Point (CCP). Ein CCP liegt nur vor, wenn an diesem Punkt eine Gefahr auf ein akzeptables Maß reduziert oder eliminiert werden kann und kein nachfolgender Schritt dies leistet. Der CCP-Entscheidungsbaum (Codex Alimentarius) hilft bei der systematischen Bestimmung.

Dokumentationspflicht

Alle HACCP-Ergebnisse müssen nach Art. 5 VO (EG) 852/2004 dokumentiert und aufbewahrt werden. Die Dokumentation umfasst: Gefahrenanalyse, CCP-Bestimmung, Grenzwerte, Überwachungsverfahren, Korrekturmaßnahmen und Verifizierung. CERTISCAN automatisiert diesen Prozess vollständig.

In comparison

FeatureCERTISCANExcelManuell
Gefahren-MatrixAutomatisch generiertManuell erstellenPapier-Tabelle
CCP-EntscheidungsbaumInteraktiv geführtNicht vorhandenPapier-Diagramm
TemperaturprotokollDigital + IoT-AnbindungManuell eintragenPapier-Listen
KorrekturmaßnahmenAutomatische EskalationManuell pflegenZettelwirtschaft
Audit-TrailWORM-gesichertNicht vorhandenOrdner
Good to know

HACCP: Die 7 Grundsätze und ihre Umsetzung

Die 7 HACCP-Grundsätze (Codex Alimentarius)

  1. Gefahrenanalyse durchführen: Alle potenziellen Gefahren identifizieren und bewerten
  2. CCPs bestimmen: Kritische Kontrollpunkte mit dem Entscheidungsbaum ermitteln
  3. Grenzwerte festlegen: Messbare Kriterien für jeden CCP definieren
  4. Überwachungssystem einrichten: Kontinuierliche oder periodische Kontrolle der CCPs
  5. Korrekturmaßnahmen definieren: Vorgehen bei Grenzwertüberschreitung
  6. Verifizierung durchführen: Regelmäßige Überprüfung des gesamten HACCP-Systems
  7. Dokumentation führen: Alle Verfahren und Aufzeichnungen lückenlos dokumentieren

Typische CCPs nach Prozessschritt

ProzessschrittCCPGrenzwertÜberwachung WareneingangKühlketteKühlware max. 7°C, TK max. -18°CTemperaturmessung LagerungKühltemperatur0-7°C (produktabhängig)Datenlogger ErhitzungKerntemperaturMin. 72°C / 2 Min.Kerntemperaturmessung KühlungAbkühlzeitVon 60°C auf 10°C in max. 2 Std.Temperaturprotokoll AusgabeHeißhaltetemperaturMind. 65°CTemperaturmessung TransportTransporttemperaturMax. 7°C (kalt), min. 65°C (warm)Datenlogger

Biologische Gefahren nach Lebensmittelkategorie

KategorieHauptgefahrenRisiko FleischSalmonellen, E. coli O157, CampylobacterHoch FischHistamin, Anisakis, VibrioHoch MilchListerien, StaphylokokkenMittel-Hoch Obst/GemüseE. coli, Norovirus, ParasitenMittel BackwarenSchimmelpilze, Bacillus cereusGering-Mittel FertiggerichteClostridium perfringens, ListerienHoch GetränkeSchimmelpilze, Hefen, ColiformeGering

HACCP-Entscheidungsbaum

Der Codex-Alimentarius-Entscheidungsbaum besteht aus 4 Fragen:

  1. Gibt es Vorbeuge-/Lenkungsmaßnahmen? (Nein → Ändern oder kein CCP)
  2. Wird die Gefahr an diesem Schritt eliminiert oder auf ein akzeptables Maß reduziert? (Ja → CCP)
  3. Kann eine Kontamination über das akzeptable Maß hinaus auftreten? (Nein → kein CCP)
  4. Wird die Gefahr in einem nachfolgenden Schritt eliminiert? (Ja → kein CCP, Nein → CCP)

Häufige Fehler bei der HACCP-Umsetzung

  • Zu viele CCPs: Nicht jeder Kontrollpunkt ist ein CCP – Entscheidungsbaum konsequent anwenden
  • Fehlende Grenzwerte: CCPs ohne messbare Grenzwerte sind wirkungslos
  • Lückenhafte Dokumentation: Kontrollen ohne Aufzeichnung sind nicht nachweisbar
  • Keine Verifizierung: Das HACCP-System muss regelmäßig überprüft und angepasst werden

Verwandte Themen

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FAQ

Frequently asked questions

Für wen ist HACCP Pflicht?
HACCP ist nach EU-Verordnung (EG) 852/2004 für alle Lebensmittelunternehmen Pflicht – von der Gastronomie über den Einzelhandel bis zur Lebensmittelproduktion. Ausgenommen ist nur die Primärproduktion (Landwirtschaft). Auch Kantinen, Catering und Imbisse müssen ein HACCP-Konzept umsetzen.
Was ist ein Critical Control Point (CCP)?
Ein CCP ist ein Punkt im Prozess, an dem eine Gefahr eliminiert oder auf ein akzeptables Maß reduziert werden kann und kein nachfolgender Schritt dies leistet. Beispiel: Die Erhitzung von Fleisch auf mind. 72°C Kerntemperatur ist ein CCP, da nur hier Salmonellen abgetötet werden.
Welche Temperaturgrenzen gelten bei HACCP?
Kühlware: max. 7°C (Fleisch max. 4°C). Tiefkühlware: max. -18°C. Erhitzung: mind. 72°C Kerntemperatur für 2 Minuten. Heißhaltung: mind. 65°C. Abkühlung: von 60°C auf 10°C in maximal 2 Stunden. Diese Werte sind in den HACCP-Leitlinien der EU definiert.
Wie oft muss das HACCP-Konzept überprüft werden?
Mindestens jährlich sowie bei jeder Änderung im Produktionsprozess, neuen Rohstoffen, neuen Geräten oder Rezepturanpassungen. Nach lebensmittelbedingten Erkrankungen oder Rückrufaktionen ist eine sofortige Überprüfung Pflicht.
Was passiert bei fehlender HACCP-Dokumentation?
Bußgelder nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) bis 50.000 EUR. Bei gesundheitsschädlichen Lebensmitteln drohen strafrechtliche Konsequenzen (§§58-59 LFGB). Die Lebensmittelüberwachung kann den Betrieb stilllegen.
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Identifizierte Gefahren: Fleisch / Wareneingang
TypGefahrSchwere
biologischSalmonellen, Campylobacter durch unterbrochene Kühlkettehoch
chemischAntibiotikarückstände, Hormonrückständemittel
physikalischKnochensplitter, Metallteile aus Schlachtungmittel
CCP
Critical Control Point identifiziert
Kritischer Kontrollpunkt – Überwachung Pflicht
Gefahren identifiziert
3
Davon hoch
1
Lebensmittel
Fleisch
Prozessschritt
Wareneingang
CCP-Bestimmung
Begründung:
Kühlkette muss bei Warenannahme kontrolliert werden – nachfolgende Schritte können bestehende Kontamination nicht beseitigen
Grenzwert:
Frischfleisch max. 4 °C, TK-Ware max. −18 °C
Korrekturmaßnahme:
Ware zurückweisen, Lieferant informieren, Dokumentation
HACCP-Entscheidungsbaum:
1. Gibt es Vorbeuge-/Lenkungsmaßnahmen? Ja
2. Wird die Gefahr hier eliminiert/reduziert? Ja → CCP
Tipp: Prüfen Sie alle 7 Prozessschritte für Ihre Lebensmittelkategorie. CERTISCAN überwacht CCPs automatisch – mit IoT-Temperatursensoren und Echtzeit-Alarmen.