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Calculators/Gefährdungsbeurteilung-Checkliste: Systematische GBU erstellen
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Gefährdungsbeurteilung-Checkliste: Systematische GBU erstellen

Die Gefährdungsbeurteilung (GBU) ist nach §5 ArbSchG die zentrale Pflicht jedes Arbeitgebers. Sie muss alle Gefährdungen am Arbeitsplatz systematisch erfassen, bewerten und dokumentieren.

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Gefährdungsbeurteilung durchführen

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Gefährdungsbeurteilung: Kernpflicht des Arbeitsschutzes

Die Gefährdungsbeurteilung (GBU) ist nach §5 ArbSchG die zentrale Pflicht jedes Arbeitgebers. Sie muss alle Gefährdungen am Arbeitsplatz systematisch erfassen, bewerten und dokumentieren. Ohne GBU ist kein wirksamer Arbeitsschutz möglich – und bei Arbeitsunfällen haftet der Arbeitgeber persönlich.

Praxisbeispiel: Ein Produktionsbetrieb mit 80 Mitarbeitern muss für jeden Arbeitsbereich (Werkstatt, Lager, Büro) eine separate GBU erstellen. Werden 25 Prüfpunkte in 5 Kategorien systematisch abgearbeitet, entsteht ein vollständiges Bild aller Risiken – und ein revisionssicherer Nachweis für die Berufsgenossenschaft.

Die 5 Gefährdungskategorien

Die GBU gliedert sich in fünf Hauptkategorien, die alle relevanten Gefährdungsarten abdecken:

  • Mechanische Gefährdungen: Quetsch-, Scher-, Schneid-, Stich-, Stoß-, Fang-, Einzugsstellen an Maschinen und Arbeitsmitteln
  • Elektrische Gefährdungen: Körperdurchströmung, Lichtbögen, elektrostatische Entladungen
  • Chemische Gefährdungen: Gefahrstoffe, Stäube, Dämpfe, Gase, Ärosole
  • Physikalische Gefährdungen: Lärm, Vibration, Strahlung, Klima, Beleuchtung
  • Psychische Gefährdungen: Arbeitsverdichtung, Zeitdruck, soziale Konflikte, mangelnde Handlungsspielräume

Risikobewertung nach Nohl-Methode

Jede identifizierte Gefährdung wird mit der Risikomatrix bewertet: Eintrittswahrscheinlichkeit (1-5) x Schadensausmaß (1-5). Das Ergebnis bestimmt die Priorität der Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip: Substitution, Technische Maßnahmen, Organisatorische Maßnahmen, Persönliche Schutzausrüstung.

In comparison

FeatureCERTISCANExcelManuell
RisikomatrixAutomatisch berechnetFormel nötigHandberechnung
Branchenvorlagen6 ArbeitsbereicheSelbst erstellenSelbst erstellen
Maßnahmen-TrackingMit Fristen & EskalationManuell pflegenPapier-Checkliste
AktualisierungVersioniert, WORM-TrailÜberschreibenNeue Kopie
BG-NachweisPDF-Export, revisionssicherDruckversionKopie anfertigen
Good to know

Gefährdungsbeurteilung: Rechtliche Grundlagen und Methodik

Gesetzliche Pflichten

VorschriftParagraphAnforderung ArbSchG§5Beurteilung der Arbeitsbedingungen ArbSchG§6Dokumentationspflicht BetrSichV§3GBU für Arbeitsmittel GefStoffV§6GBU für Gefahrstoffe ArbStättV§3GBU für Arbeitsstätten MuSchG§10GBU für werdende Mütter DGUV Vorschrift 1§3Prävention durch GBU

7-Schritte-Prozess der GBU

Die systematische Gefährdungsbeurteilung folgt einem standardisierten Prozess:

  1. Arbeitsbereiche festlegen: Gleichartige Tätigkeiten zusammenfassen
  2. Gefährdungen ermitteln: Systematisch alle Gefährdungsfaktoren identifizieren
  3. Gefährdungen beurteilen: Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit x Schadensausmaß
  4. Maßnahmen festlegen: STOP-Prinzip (S-T-O-P Hierarchie)
  5. Maßnahmen umsetzen: Verantwortliche und Fristen bestimmen
  6. Wirksamkeit prüfen: Nach Umsetzung Restrisiko bewerten
  7. GBU aktualisieren: Regelmäßig und bei Änderungen

Risikomatrix (Nohl)

Die Risikobewertung erfolgt in einer 5x5-Matrix:

Risiko-ScoreBewertungHandlungsbedarf 1-4Gering (grün)Akzeptabel, Überwachung genügt 5-9Mittel (gelb)Maßnahmen mittelfristig umsetzen 10-16Hoch (orange)Maßnahmen kurzfristig umsetzen 17-25Kritisch (rot)Sofortmaßnahmen, ggf. Tätigkeit einstellen

Branchenspezifische Schwerpunkte

Je nach Branche und Arbeitsbereich variieren die Schwerpunkte der GBU:

  • Büro: Psychische Belastung, Ergonomie, Bildschirmarbeit, Beleuchtung
  • Werkstatt: Mechanische Gefährdungen, Gefahrstoffe, Lärm, Vibration
  • Lager: Absturz, Anstoß, Flurförderzeuge, manuelle Lasthandhabung
  • Aussenbereich: Witterung, UV-Strahlung, Verkehr, Absturz
  • Küche: Verbrennungen, Schnitte, Rutschgefahr, Feuchtarbeit
  • Reinigung: Gefahrstoffe, Rutschgefahr, Hautbelastung, ergonomische Belastung

Dokumentation und Aufbewahrung

Die GBU muss nach §6 ArbSchG dokumentiert werden und enthalten:

  • Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung
  • Festgelegte Maßnahmen des Arbeitsschutzes
  • Ergebnis der Überprüfung der Maßnahmen

Die Dokumentation muss während der gesamten Betriebszeit aufbewahrt und bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden. CERTISCAN speichert alle GBU revisionssicher im WORM-Audit-Trail.

Verwandte Themen

  • Unterweisungsplaner – Pflichtunterweisungen ableiten
  • PSA-Bedarfsrechner – Schutzausrüstung aus GBU ableiten
  • Brandschutz-Checkliste – Brandschutz prüfen
FAQ

Frequently asked questions

Wer muss eine Gefährdungsbeurteilung erstellen?
Jeder Arbeitgeber ist nach §5 ArbSchG verpflichtet, eine GBU zu erstellen – unabhängig von der Unternehmengröße. Auch bei einem einzigen Mitarbeiter besteht die Pflicht. Die Verantwortung kann an fachkundige Personen (Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt) delegiert werden.
Wie oft muss die GBU aktualisiert werden?
Die GBU muss aktualisiert werden bei: neuen Arbeitsmitteln oder Verfahren, Änderung der Arbeitsorganisation, Arbeitsunfällen, neuen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen, wesentlichen Änderungen der Rechtsvorschriften. Eine jährliche Überprüfung wird empfohlen.
Was ist die Risikomatrix?
Die Risikomatrix bewertet jede Gefährdung nach Eintrittswahrscheinlichkeit (1-5) und Schadensausmaß (1-5). Das Produkt ergibt den Risiko-Score (1-25). Scores 1-4 sind akzeptabel, 5-9 erfordern mittelfristige Maßnahmen, 10-16 kurzfristige und ab 17 Sofortmaßnahmen.
Was passiert bei fehlender Gefährdungsbeurteilung?
Bußgeld bis 25.000 EUR nach ArbSchG §25. Bei Arbeitsunfällen: persönliche Haftung des Arbeitgebers, strafrechtliche Konsequenzen (§229 StGB fahrlässige Körperverletzung), Regress durch Berufsgenossenschaft, Kürzung von Versicherungsleistungen.
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© 2026 CERTISCAN · Christoph Schulz · Siegen
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Fortschritt0% (0/25)
Mechanische Gefährdungen
Quetsch- und Scherstellen an Maschinen
Stolper-, Rutsch- und Sturzgefahr
Herabfallende Gegenstände
Unkontrolliert bewegte Teile
Schneid- und Stichverletzungen
Elektrische Gefährdungen
Berührung spannungsführender Teile
Defekte Kabel und Steckverbindungen
Fehlende Schutzleiterverbindung
Elektrostatische Entladung
Lichtbogengefahr bei Schaltarbeiten
Chemische Gefährdungen
Einatmen von Dämpfen/Gasen
Hautkontakt mit Gefahrstoffen
Fehlende Gefahrstoffkennzeichnung
Unsachgemäße Gefahrstofflagerung
Fehlende Sicherheitsdatenblätter
Physikalische Gefährdungen
Lärmbelastung über 80 dB(A)
Vibration (Hand-Arm / Ganzkörper)
Unzureichende Beleuchtung
Extreme Temperaturen (Hitze/Kälte)
UV-/IR-Strahlung
Psychische Gefährdungen
Hoher Zeitdruck / Arbeitsverdichtung
Mangelnder Handlungsspielraum
Soziale Konflikte / Mobbing
Ungünstige Arbeitszeiten (Schicht)
Fehlende Einführung / Unterweisung
0/100
Gesamt-Risiko-Score
Geringes Gesamtrisiko
Geprüft
0 / 25
Kritisch
0
Hoch
0
Mittel
0
Gering
0
Risiko-Verteilung nach Kategorie
Mechanische Gefährdungen0%
0/5 geprüft
Elektrische Gefährdungen0%
0/5 geprüft
Chemische Gefährdungen0%
0/5 geprüft
Physikalische Gefährdungen0%
0/5 geprüft
Psychische Gefährdungen0%
0/5 geprüft
gering
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mittel
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hoch
0 Punkte
kritisch
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