Die Asset Administration Shell ist die standardisierte digitale Repräsentation eines Assets aus der Industrie-4.0-Welt, genormt in IEC 63278-1:2023.
Die Asset Administration Shell — deutsch Verwaltungsschale — stammt aus der industriellen Automatisierung. Sie gibt jedem Asset (Maschine, Bauteil, Anlage, auch immaterielle Objekte) eine einheitliche digitale Hülle, über die Software-Anwendungen Informationen austauschen können.
Maßgeblich ist IEC 63278-1:2023 („Asset Administration Shell for industrial applications — Part 1: Asset Administration Shell structure", Edition 1.0, veröffentlicht im Dezember 2023). Teil 1 definiert die Struktur; die Normenreihe ist auf weitere Teile angelegt. Welche Teile davon veröffentlicht sind, ist beim IEC zu prüfen.
Eine Verwaltungsschale gliedert sich in Submodelle, die jeweils einen Aspekt beschreiben — etwa technische Daten, Dokumentation, Nachhaltigkeitskennzahlen. Die Industrial Digital Twin Association (IDTA) veröffentlicht dafür Submodell-Spezifikationen; diese sind Branchenvereinbarungen, keine IEC-Normen.
Es gibt keinen rechtlichen Bezug: Die ESPR nennt die AAS in keinem Artikel. Beide Konzepte verfolgen jedoch ähnliche Ziele — maschinenlesbare, interoperable Produktinformationen. In der Industrie wird die AAS deshalb häufig als technischer Unterbau für Produktpass-Daten diskutiert, insbesondere dort, wo sie ohnehin im Einsatz ist. Verbindlich für die ESPR-Konformität sind aber die harmonisierten Normen und der jeweilige delegierte Rechtsakt.
Wie sich die Verwaltungsschale zu den Standards rund um den Produktpass verhält, zeigt der Überblick zum Digitalen Produktpass.
Rechtsquelle: IEC 63278-1:2023 · Stand: 2026
Strukturelle Rechtsinfo – keine Rechtsberatung. Beträge und Fristen können sich ändern.