Prüfprotokoll mit Messwerten erstellen (VDE 0701-0702) — normkonform statt Bastellösung
Ein DGUV-V3-Prüfprotokoll ist mehr als ein Häkchen: Es braucht echte Messwerte — Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Ableitströme — und die passenden Grenzwerte je Schutzklasse. Wenn Bestanden/Durchgefallen server-seitig aus den hinterlegten Grenzwerten neu berechnet wird, kann kein durchgefallenes Gerät versehentlich als „in Ordnung" versiegelt werden.
CSChristoph Schulz4 Min. LesezeitAktualisiert: 18. Juli 2026
Ein normkonformes Prüfprotokoll nach VDE 0701-0702 besteht nicht aus Häkchen, sondern aus Messwerten: Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Schutzleiter-, Berührungs- und Ersatzableitstrom — jeweils gegen den richtigen Grenzwert für die Schutzklasse des Geräts. Werden diese Werte erfasst und Bestanden/Durchgefallen automatisch aus den hinterlegten Grenzwerten berechnet, entsteht ein belastbarer Nachweis, den ein handgeschriebener Zettel nie liefert.
eigene Grenzwerte → automatisches Bestanden/Durchgefallen
SHA-256
jedes Prüfprotokoll versiegelt und manipulationssicher (WORM)
01Das Problem
Wer die elektrische Wiederholungsprüfung ernst nimmt, weiß: Der schwierige Teil ist nicht das Messen, sondern das korrekte Dokumentieren
Keine Rechtsberatung – Angaben ohne Gewähr. Beträge, Fristen und Schwellen können sich ändern; im Zweifel Fachperson hinzuziehen.
Häufige Fragen
Welche Messwerte gehören in ein VDE-0701-0702-Protokoll?
Je nach Gerät Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Schutzleiterstrom, Berührungsstrom und Ersatzableitstrom. Welche davon relevant sind, hängt von der Schutzklasse ab — das Modul erfasst alle fünf Größen und wendet nur die für das jeweilige Gerät gültigen Grenzwerte an.
Woher weiß das System, ob ein Messwert bestanden ist?
Aus den schutzklassen-abhängigen Grenzwerten. Beim Abschluss der Prüfung wird für jeden Messpunkt server-seitig neu berechnet, ob der Ist-Wert innerhalb des Soll-Bereichs liegt. Diese Bewertung übernimmt bewusst nicht der erfassende Client, damit ein durchgefallenes Gerät nicht als bestanden versiegelt werden kann.
Brauche ich für die Messung ein bestimmtes Gerät?
Ja — für eine Prüfung mit Messwerten ist ein kalibriertes Messmittel mit gültiger Kalibrierfrist Pflicht. Das Modul erzwingt das: Ohne gültig kalibriertes Prüfgerät lässt sich die Messwert-Prüfung nicht abschließen. Eine reine Sichtprüfung ohne Messwerte verlangt dagegen kein Messmittel.
Kann eine externe Elektrofachkraft die Werte direkt erfassen?
Ja. Über ein Magic-Link-Portal scannt die Fachkraft die Plakette, erhält das anwendbare Template mit schutzklassen-vorbefüllten Grenzwerten und trägt die Messwerte direkt im Browser ein — inklusive Foto-Upload und Live-Ampel. Beim Abschluss werden Messmittel und Qualifikation abgefragt.
Sind die hinterlegten Grenzwerte fachlich abgenommen?
Die Werte liegen als jahres-versionierte, pflegbare Vorgaben vor und sind aktuell als „durch Fachkraft zu verifizieren" gekennzeichnet. Die abschließende fachliche Gegenzeichnung durch eine Elektrofachkraft steht vor dem scharfen Produktivbetrieb noch aus — das ist bewusst transparent gemacht und nicht geschönt.
Kann ein veralteter Handy-Client ein durchgefallenes Gerät als bestanden speichern?
Nein. Die Pass/Fail-Bewertung wird beim Abschluss vollständig auf dem Server aus den hinterlegten Grenzwerten neu hergeleitet. Selbst wenn ein veralteter oder manipulierter Client ein falsches Ergebnis melden würde, würde es nicht übernommen — das versiegelte Protokoll zeigt die server-seitig berechnete Wahrheit.
*Dieser Beitrag stellt allgemeine Informationen bereit und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.*
. Ein Protokoll nach VDE 0701-0702 (heute DIN EN 50678/50699) verlangt konkrete Messgrößen mit Ist-Werten und den dazu passenden Soll-/Grenzwerten. Und diese Grenzwerte hängen von der
Schutzklasse
ab: Bei Schutzklasse I zählt der Schutzleiterwiderstand, bei Schutzklasse II der Berührungsstrom, der Ersatzableitstrom nur bei bestimmten Klassen. Wer das im Kopf oder auf Papier führt, verwechselt schnell, welcher Wert für welches Gerät überhaupt gilt.
Die Bastellösungen aus der Praxis sind riskant: eine Excel-Vorlage, in die Werte abgetippt werden, oder ein Ausdruck, auf dem jemand handschriftlich „i. O." vermerkt. In beiden Fällen entscheidet ein Mensch unter Zeitdruck, ob ein Wert im grünen Bereich liegt — und niemand prüft das gegen. Ein Gerät, das eigentlich durchgefallen ist, kann so als „bestanden" ins Protokoll wandern. Kommt es später zum Schaden, ist das Protokoll nicht der Nachweis, den es sein sollte, sondern ein Problem.
Achtung: Eine Prüfung mit Messwerten ist nur so viel wert wie das Messmittel, mit dem sie gemacht wurde. Ist das Prüfgerät nicht kalibriert, sind alle Werte im Protokoll rechtlich angreifbar.
02Was es kostet, wenn du nichts tust
Ein fehlerhaftes oder unvollständiges Protokoll ist kein Nachweis — und das rächt sich im Ernstfall:
Was passiert
Ursache
Konsequenz
Protokoll ohne Messwerte/Grenzwerte
nur Sichtprüfung dokumentiert
kein normkonformer VDE-0701-0702-Nachweis
Gerät „bestanden" trotz Grenzwert-Überschreitung
manuelle Fehleinschätzung
Haftung + Regress bei Unfall (§110 SGB VII)
Prüfung mit unkalibriertem Messmittel
Kalibrierfrist übersehen
Prüfergebnis nicht verwertbar
Der Wert eines Prüfprotokolls zeigt sich erst, wenn du es brauchst — nach einem Stromunfall, einem Brand oder bei einer behördlichen Nachfrage. Dann muss es belegen, dass das Gerät zum Prüfzeitpunkt sicher war. Ein Protokoll ohne Messwerte, mit falsch zugeordneten Grenzwerten oder von einem unkalibrierten Gerät hält dieser Prüfung nicht stand — und die Beweiskette, auf die du dich verlassen wolltest, bricht genau im entscheidenden Moment.
<!-- Quellen: VDE 0701-0702 / DIN EN 50678 (Prüfung nach Reparatur) und DIN EN 50699 (Wiederkehrende Prüfung) — Messgrößen Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Schutzleiterstrom, Berührungsstrom, Ersatzableitstrom; schutzklassenabhängige Grenzwerte; DGUV Vorschrift 3, BetrSichV; §110 SGB VII (Regress) · Stand: 2026-07-18 -->
03Die Lösung
Das CERTISCAN-Modul Prüf- & Betriebsmittelmanagement bildet die elektrische Wiederholungsprüfung normkonform ab — mit Messwerten, Grenzwerten und automatischer Bewertung.
Echte Messgrößen erfassen. Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Schutzleiterstrom, Berührungsstrom und Ersatzableitstrom werden als Prüfpunkte erfasst (MΩ/Ω/mA).
Grenzwerte je Schutzklasse + Auto-Bewertung. Je nach Schutzklasse (I/II/III) gelten andere Grenzwerte; Bestanden/Durchgefallen je Messpunkt wird beim Abschluss server-seitig neu hergeleitet. Ein veralteter oder externer Client kann also kein durchgefallenes Gerät als „bestanden" versiegeln.
Kalibrier-Zwang. Bei einer Prüfung mit Messwerten ist ein kalibriertes Messmittel (mit gültiger Kalibrierfrist) Pflicht — eine reine Sichtprüfung verlangt keines.
Normkonformes Protokoll-PDF. Die Befundtabelle zeigt neben dem Ist-Wert die Soll-/Grenzwert-Spalte (min/max + Einheit); der Geräteblock druckt Schutzklasse und Norm-Code. Verschlüsselt abgelegt, mit Inhalts- und Signatur-Hash (WORM).
Externes Elektrofachkraft-Portal. Eine externe Elektrofachkraft scannt die Plakette, bekommt das passende Template mit schutzklassen-vorbefüllten Grenzwerten und erfasst die Werte direkt im Web — mit Live-Ampel für Bestanden/Durchgefallen.
Ehrlich zu den Grenzen: Die hinterlegten Schutzklassen-Grenzwerte sind als „durch Fachkraft zu verifizieren" markiert — die abschließende Gegenzeichnung der Werte durch eine Elektrofachkraft steht vor dem scharfen Go-Live noch aus.
Tipp: Hinterlege dein Messmittel mit seiner Kalibrierfrist im System. Läuft die Kalibrierung ab, blockiert das Modul die Messwert-Prüfung automatisch — bevor ein wertloses Protokoll entsteht.
04So gehst du vor
Schutzklasse setzen: Am Gerät die Schutzklasse hinterlegen — sie steuert, welche Grenzwerte gelten.
Messmittel prüfen: Kalibriertes Prüfgerät mit gültiger Frist auswählen.
Messwerte erfassen: Die relevanten Größen je Prüfpunkt eintragen (oder von der Fachkraft im Portal erfassen lassen).
Abschließen lassen: Bestanden/Durchgefallen wird server-seitig berechnet, nicht vom Client behauptet.
Protokoll ziehen: Normkonformes PDF mit Soll-Spalte, versiegelt und verschlüsselt abgelegt.