Zeiterfassung ohne Firmenhandy — wie Reinigungskräfte am Objekt stempeln
Reinigungskräfte brauchen kein Firmen-Smartphone, um gesetzeskonform zu stempeln. Über einen QR-Code oder NFC-Tag direkt am Objekt oder über ein gebundenes Gerät erfasst das Team Beginn und Ende — ohne private Handys, ohne Abo und ohne gespeicherte Standortkoordinaten. Die ArbZG-Pflicht gilt unabhängig davon, ob jemand ein Handy hat.
CSChristoph Schulz4 Min. LesezeitAktualisiert: 18. Juli 2026
Deine Reinigungskräfte müssen kein privates oder dienstliches Smartphone besitzen, um die Arbeitszeit gesetzeskonform zu erfassen. Der Nachweis entsteht am Objekt — per QR-Code, NFC-Tag oder gebundenem Gerät. Dabei werden keine Standortkoordinaten gespeichert, es entsteht kein Bewegungsprofil. Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung nach dem Arbeitszeitgesetz gilt aber unabhängig davon, ob im Team jemand ein Handy hat.
Stand: Juli 2026 · Aktualisiert am 18.07.2026
3 Wege
Erfassung per QR-Code, NFC-Tag oder gebundenem Gerät — kein privates Handy nötig
0
gespeicherte Standortkoordinaten beim Stempeln über QR/NFC (kein Bewegungsprofil)
bis 30.000 €
Bußgeldrahmen, wenn die Arbeitszeit gar nicht sauber erfasst wird (§22 ArbZG)
01Das Problem
Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung kennt keine Ausnahme für "Mitarbeiter ohne Handy". Sie gilt für jede Reinigungskraft, ob mit oder ohne Smartphone. In der Praxis ist das genau der Knackpunkt: Ein großer Teil der Belegschaft in der Gebäudereinigung arbeitet deskless, verteilt über viele Objekte, und nicht jede Kraft hat ein Firmenhandy — geschweige denn die Bereitschaft, das eigene private Gerät samt Datenvolumen für die Zeiterfassung herzugeben.
Keine Rechtsberatung – Angaben ohne Gewähr. Beträge, Fristen und Schwellen können sich ändern; im Zweifel Fachperson hinzuziehen.
Häufige Fragen
Muss jede Reinigungskraft ein eigenes Smartphone besitzen?
Nein. Die Erfassung läuft über einen QR-Code oder NFC-Tag am Objekt oder über ein gebundenes Gerät, das sich mehrere Kräfte teilen. Ein persönliches Smartphone ist dafür nicht erforderlich — niemand muss sein privates Handy oder Datenvolumen bereitstellen.
Was ist der Unterschied zwischen QR-Code und NFC-Tag beim Stempeln?
Beim QR-Code hält die Kraft die Kamera vor einen aufgeklebten Code; der NFC-Tag wird stattdessen nur kurz angetippt. Funktional erreichen beide dasselbe — die Wahl hängt an der Ausstattung im Objekt. QR ist am günstigsten und überall einsetzbar, NFC ist einen Tick schneller.
Können sich mehrere Kräfte ein Gerät im Objekt teilen?
Ja. Ein gebundenes Gerät (etwa ein Tablet im Objekt) ist genau für diesen Fall gedacht: Mehrere Kräfte melden sich nacheinander an demselben Gerät an und stempeln ihre eigene Zeit. Jeder Eintrag bleibt individuell der jeweiligen Person zugeordnet.
Wird beim Stempeln am Objekt mein Standort verfolgt?
Nein. Über QR oder NFC werden keine Standortkoordinaten gespeichert; der Nachweis entsteht über den Objekt-Tag, nicht über ein Bewegungsprofil. Eine Geofence-Plausibilisierung ist optional zuschaltbar, mitbestimmungspflichtig und speichert ebenfalls keine Koordinaten.
Funktioniert die Erfassung, wenn das Objekt kein WLAN hat?
Der Erfassungspunkt selbst braucht keine dauerhafte Internetverbindung des Objekts. Die Anwendung ist auf den mobilen Einsatz ausgelegt und kann Erfassungen zwischenspeichern, bis wieder eine Verbindung besteht — sinnvoll gerade in Kellern, Tiefgaragen und Objekten mit schlechtem Empfang.
Ist eine so erfasste Zeit rechtlich gleichwertig zu einer klassischen Stempeluhr?
Ja. Das Gesetz schreibt kein bestimmtes Erfassungsmittel vor, sondern verlangt eine systematische, vollständige und nachvollziehbare Aufzeichnung von Beginn, Ende und Dauer. Eine digitale Erfassung mit versiegeltem Abschluss erfüllt das mindestens so gut wie eine stationäre Stempeluhr — und ist für verteilte Objekte deutlich praktikabler.
*Dieser Beitrag stellt allgemeine Informationen bereit und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.*
Damit stehen viele Betriebe vor einem echten Dilemma. Verlangst du das private Handy, öffnest du Fragen zu Datenschutz, Kostenerstattung und Mitbestimmung — und triffst auf Widerstand. Stattest du jede Kraft mit einem eigenen Gerät aus, wird es teuer. Und die alte Lösung — eine Papierliste im Putzraum — erfüllt die Anforderung an eine systematische, manipulationssichere Erfassung praktisch nicht.
Achtung: "Wir haben keine Handys" ist kein Grund, die Zeiterfassung aufzuschieben. Fehlt eine belastbare Aufzeichnung, trägst du bei einer Zoll-Prüfung dasselbe Risiko wie ein Betrieb ganz ohne System — die Technik dahinter interessiert den Prüfer nicht, das Ergebnis schon.
02Was es kostet, wenn du nichts tust
Der Umweg über private Handys oder Papierlisten kostet auf mehreren Ebenen:
Neben den direkten Kosten steht die Beweiskraft auf dem Spiel. Eine handschriftliche Liste lässt sich nachträglich ausfüllen — und genau das wird eine Gegenseite behaupten. In der Gebäudereinigung, die einer sofortigen Aufzeichnungspflicht unterliegt, ist das ein Nachweis, der einer Kontrolle selten standhält. Das teuerste Missverständnis ist deshalb der Glaube, die Erfassung an das Vorhandensein von Smartphones zu koppeln.
<!-- Quellen: BAG 13.09.2022 Az. 1 ABR 22/21 (Pflicht zur Arbeitszeiterfassung, unabhängig vom Erfassungsmittel); §16 Abs. 2, §22 ArbZG (systematische Aufzeichnung, Bußgeld bis 30.000 €); §17 MiLoG, §2a SchwarzArbG (Gebäudereinigung, sofortige Aufzeichnung); §87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG (Mitbestimmung bei technischer Überwachungseinrichtung); Datensparsamkeit nach DSGVO Art. 5 Abs. 1 lit. c · Stand: 2026-07-18 -->
03Die Lösung
CERTISCAN entkoppelt die Zeiterfassung vom persönlichen Smartphone. Die Kraft stempelt am Objekt — über einen fest angebrachten QR-Code, einen NFC-Tag oder ein gebundenes Gerät (etwa ein Tablet im Objekt, an das mehrere Kräfte gebunden sind). Kein privates Handy, kein Abo, keine App-Installation auf dem Gerät der Mitarbeiterin. Der Nachweis entsteht dort, wo tatsächlich geputzt wird.
Beim Stempeln über QR oder NFC werden keine Standortkoordinaten gespeichert — es entsteht kein Bewegungsprofil der Person, der Bezug wird über den Objekt-Tag hergestellt. Eine optionale Geofence-Plausibilisierung lässt sich zusätzlich aktivieren; sie ist mitbestimmungspflichtig und speichert ebenfalls keine Koordinaten. Das ist datensparsam und nimmt den häufigsten Konflikt mit Betriebsrat und Datenschutz von vornherein aus dem Weg. Dahinter läuft dieselbe gesetzeskonforme Maschinerie wie überall in der Zeiterfassung: Compliance-Prüfung der ArbZG-Grenzen, getrennte Führung von persönlicher Arbeitszeit und abrechenbarer Objektzeit sowie ein versiegelter Monatsabschluss.
Tipp: Bringe den QR-Code oder NFC-Tag dort an, wo die Kraft ohnehin zuerst hinkommt — am Materialschrank oder an der Objekttür. Je näher der Erfassungspunkt am ersten Handgriff liegt, desto seltener wird das Stempeln vergessen.
04So gehst du vor
Erfassungsweg je Objekt wählen: QR-Code (günstig, überall), NFC-Tag (ein Tippen) oder gebundenes Tablet (für größere Objekte).
Erfassungspunkt platzieren: dort, wo die Kraft die Schicht beginnt und beendet.
Kurz einweisen: einmal scannen zeigen — der Ablauf ist in Sekunden verstanden, auch ohne technisches Vorwissen.
Objektzeit sauber trennen: persönliche Arbeitszeit und abrechenbare Objektzeit getrennt führen, Objektwechsel ohne Aus- und Einstempeln.
Ersten Monat abschließen und versiegeln, dann weitere Objekte anbinden.