Digitaler Produktpass für Reinigungsmittel — was auf Hersteller zukommt
Wer Wasch- und Reinigungsmittel herstellt, bekommt eine neue Pflicht: den digitalen Produktpass. Die neue EU-Detergenzien-Verordnung (2026/405) und die Ökodesign-Verordnung (ESPR) führen ihn schrittweise ein — mit einem Annex-VI-Pflichtfeldkatalog und einem dauerhaft erreichbaren Pass je Produkt. Wer jetzt anfängt, seine Produktdaten zu strukturieren, ist vorbereitet.
CSChristoph Schulz5 Min. LesezeitAktualisiert: 18. Juli 2026
Für Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln wird der digitale Produktpass (DPP) zur Pflicht. Die neue EU-Detergenzien-Verordnung (2026/405) und die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) führen ihn gestaffelt ein: ein festgelegter Pflichtfeldkatalog (Annex VI) und ein je Produkt dauerhaft erreichbarer, über QR abrufbarer Pass. Wer seine Produktdaten früh strukturiert und den Pass-Prozess aufsetzt, geht die Umstellung geordnet an — statt sie kurz vor dem Anwendungsdatum zu erzwingen.
Stand: Juli 2026 · Aktualisiert am 18.07.2026
2026/405
neue EU-Detergenzien-Verordnung führt den digitalen Produktpass für Reinigungsmittel ein
Annex VI
Pflichtfeld-Katalog für Detergenzien ist im DPP-Modul hinterlegt
login-frei
die öffentliche QR-Scan-Seite bleibt lesbar, auch nach Abo-Ende (ESPR Art. 10/11)
01Das Problem
Der digitale Produktpass ist kein Randthema mehr. Mit der Ökodesign-Verordnung (ESPR, EU 2024/1781) hat die EU den Rahmen gesetzt, und die neue
Keine Rechtsberatung – Angaben ohne Gewähr. Beträge, Fristen und Schwellen können sich ändern; im Zweifel Fachperson hinzuziehen.
Häufige Fragen
Müssen Reinigungsmittel bald einen digitalen Produktpass haben?
Ja. Über die Ökodesign-Verordnung (ESPR) und die neue Detergenzien-Verordnung (EU) 2026/405 wird der digitale Produktpass für Wasch- und Reinigungsmittel eingeführt. Betroffen sind die Hersteller bzw. Inverkehrbringer, die künftig einen strukturierten, digital abrufbaren Pass je Produkt bereitstellen müssen.
Ab wann greift die DPP-Pflicht für Detergenzien konkret?
Die Pflicht kommt gestaffelt, nicht auf einen Schlag. Im CERTISCAN-Modul erzwingt das Pflichtfeld-Gate die Detergenzien-Annex-VI-Felder scharf ab dem hinterlegten Anwendungsdatum (2029-09-23) beziehungsweise vorher, wenn du es per Opt-in aktivierst; davor arbeitet es beratend. Die genauen gesetzlichen Anwendungsdaten solltest du für dein Sortiment rechtlich prüfen lassen.
Welche Angaben muss ein Detergens-Produktpass enthalten?
Die Pflichtfelder ergeben sich aus Annex VI der Detergenzien-Verordnung. Der entsprechende Feldkatalog ist im Modul hinterlegt (generisch plus Detergenzien-spezifisch), sodass du die geforderten Angaben strukturiert erfasst und um betriebseigene Felder ergänzen kannst.
Bleibt der Produktpass erreichbar, wenn ich das Abo kündige?
Ja. Die öffentliche, ohne Login abrufbare Pass-Seite ist bewusst vom Abo entkoppelt und bleibt lesbar, auch wenn das Modul deaktiviert oder das Abo beendet wird. Das entspricht der ESPR-Anforderung, dass ein einmal veröffentlichter Pass über die Produktlebensdauer erreichbar bleiben muss.
Kann ich die Passdaten aus meinem bestehenden System übernehmen?
Ja, über einen Import-Orchestrator, der Produktdaten aus PIM- oder ERP-Systemen ziehen kann. Jeder Import landet zunächst als Entwurf und durchläuft eine 4-Augen-Freigabe, bevor etwas veröffentlicht wird — so kombinierst du Zeitersparnis mit Kontrolle über die Datenqualität.
Ist das DPP-Modul schon vollständig fertig?
Nein, und das sagen wir offen: Das Modul ist im Aufbau. Der Authoring-Prozess, der öffentliche Pass, die Rückruf-Funktion und das Gerüst der EU-Registrierung sind bereits live; einzelne Konditionalfelder und die endgültige Register-Anbindung folgen noch. Die Registrierung schreibt zudem nur im echten Live-Modus ins offizielle Register — im Simulationsmodus wird nichts fälschlich als registriert dargestellt.
*Dieser Beitrag stellt allgemeine Informationen bereit und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.*
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bringt ihn konkret in die Welt der Wasch- und Reinigungsmittel. Für Hersteller bedeutet das: Produktinformationen, die heute auf dem Etikett, im Sicherheitsdatenblatt und in verschiedenen Systemen verstreut liegen, müssen künftig in einem strukturierten, digital abrufbaren Pass zusammengeführt werden — mit einem klar definierten Pflichtfeld-Katalog (Annex VI) und einem Datenträger (typischerweise QR), über den jeder den Pass aufrufen kann.
Die Schwierigkeit ist selten das einzelne Feld, sondern die Datenlage: Rezeptur- und Konformitätsangaben stecken im PIM oder ERP, Sicherheitsdatenblätter im Dokumentenmanagement, Bilder woanders. Der Pass verlangt, all das je Produktvariante konsistent, versioniert und dauerhaft erreichbar bereitzustellen — auch dann noch, wenn das Produkt längst im Regal steht. Wer das erst kurz vor dem Anwendungsdatum angeht, muss unter Zeitdruck Datenqualität herstellen, die über Jahre gewachsen ist.
Wichtig — ehrliche Einordnung: Die Pflicht greift gestaffelt und nicht über Nacht. Es lohnt sich, den Pass-Prozess früh aufzusetzen und Datenlücken zu schließen, solange kein Termindruck herrscht — das ist entspannter und günstiger als eine Last-Minute-Umstellung.
02Was es kostet, wenn du nichts tust
Beim Produktpass geht es weniger um klassische Bußgelder als um Marktzugang:
Versäumnis
Rechtsgrundlage
Folge
Detergens ohne digitalen Produktpass in Verkehr gebracht
Pflichtangaben (Annex VI) fehlen oder unvollständig
Detergenzien-VO, Annex VI
Beanstandung durch die Marktüberwachung
Kein dauerhaft erreichbarer Pass
ESPR Art. 10 / 11
Verstoß gegen die Bereitstellungspflicht
Ohne konformen Produktpass darf ein betroffenes Produkt nicht in Verkehr gebracht werden — das ist der härteste Hebel, weil er direkt den Verkauf trifft. Dazu kommen die von den Mitgliedstaaten festzulegenden Sanktionen und der Aufwand einer nachträglichen Datenbereinigung. Der eigentliche Kostenfaktor ist aber das Risiko, zum Stichtag nicht lieferfähig zu sein, weil die Passdaten nicht rechtzeitig in verlässlicher Qualität vorliegen.
<!-- Quellen: ESPR — Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (Rahmen für den digitalen Produktpass, Art. 10 Bereitstellung/Persistenz, Art. 11 Datenträger, Art. 12/13 Registrierung); Detergenzien-Verordnung (EU) 2026/405 (digitaler Produktpass / digitales Label für Wasch- und Reinigungsmittel, Pflichtfelder in Annex VI); gestaffelte Anwendungsdaten, Sanktionen durch die Mitgliedstaaten; die scharfe Pflichtfeld-Prüfung im CERTISCAN-DPP-Gate greift ab Anwendungsdatum 2029-09-23 bzw. vorher per Opt-in · Stand: 2026-07-18 -->
03Die Lösung
Das CERTISCAN-Modul Digitaler Produktpass ist die Werkbank, auf der Hersteller ihre Reinigungsmittel-Pässe erstellen, freigeben und veröffentlichen — mit dem Detergenzien-Pflichtfeldkatalog bereits an Bord.
Detergenzien-Feldkatalog (Annex VI). Der kategorie-getriebene Pflichtfeldkatalog ist hinterlegt (generisch + Detergenzien-Annex-VI), betriebseigene Ergänzungen sind möglich.
Dauerhaft erreichbarer Pass. Jedes Produkt bekommt eine eindeutige Kennung und einen QR-/GS1-Digital-Link. Die öffentliche Scan-Seite ist ohne Login abrufbar und bleibt lesbar, auch nach Abo-Ende — passend zur ESPR-Anforderung, dass der Pass über die Produktlebensdauer erreichbar sein muss.
Pflichtfeld-Gate + Rückruf. Ein Publish-Gate erzwingt die Detergenzien-Pflichtfelder vor der Veröffentlichung (scharf ab dem Anwendungsdatum 2029-09-23 bzw. vorher per Opt-in, davor beratend). Ein Rückruf-/Wiederherstellungs-Status hält den Pass im Ernstfall öffentlich sichtbar.
Datenübernahme aus PIM/ERP. Ein Import-Orchestrator kann Produktdaten aus bestehenden Systemen ziehen — jeder Import läuft in einen Entwurf mit 4-Augen-Freigabe, nichts wird ungeprüft veröffentlicht.
Ehrlich zum Reifegrad: Das DPP-Modul ist im Aufbau. Authoring, öffentlicher Pass, Rückruf und das Gerüst der EU-Registrierung sind live; einzelne Konditionalfelder und die finale Anbindung an das EU-Register folgen. Die Registrierung schreibt nur bei einem echten Live-Modus in das offizielle Register — im Test-/Simulationsmodus wird nichts fälschlich als „registriert" ausgewiesen. Preise nennen wir nur auf Anfrage.
Tipp: Beginne mit deinen umsatzstärksten Produkten und deren Datenqualität. Ein sauber gepflegter Pass für die wichtigsten Artikel ist mehr wert als ein halbfertiger Anlauf über das gesamte Sortiment.
04So gehst du vor
Betroffenheit klären: Welche deiner Produkte fallen als Detergenzien unter die neue Verordnung?
Datenquellen sichten: Wo liegen Rezeptur-, Konformitäts- und Sicherheitsdaten heute (PIM/ERP/DMS)?
Pass anlegen: Produkt erfassen, Annex-VI-Pflichtfelder füllen, im 4-Augen-Prinzip freigeben.